Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Im Zeichen deutsch-französischer Freundschaft

Soldatenwallfahrt in Lourdes beginnt

Von Freitag bis Sonntag werden zehntausende Soldaten aus rund 40 Nationen im südfranzösischen Wallfahrtsort erwartet. In einer Zeit, in der in Europa wieder Krieg herrscht, steht diesmal die Erinnerung an die deutsch-französische Aussöhnung im Mittelpunkt.
Lichterprozession im Heiligen Bezirk von Lourdes
Foto: Oliver Gierens | Die abendliche Lichterprozession im Heiligen Bezirk von Lourdes. Am Mittwochabend ist an der Wallfahrtsbasilika bereits das Banner für die internationale Soldatenwallfahrt gespannt.

Über 500 Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr gehen in diesen Tagen auf Pilgerreise: Am Donnerstag sind rund 400 von ihnen mit einem Sonderzug im französischen Wallfahrtsort Lourdes zur 63. internationalen Soldatenwallfahrt eingetroffen. Weitere 100 sind bereits in den letzten Tagen angekommen.

Der Zug bestand aus zwei Teilen, die am Mittwochmoren jeweils in Hamburg und München gestartet sind. In Karlsruhe wurden die beiden Züge dann vereint und waren seitdem unterwegs nach Lourdes. Empfangen wurden die Pilger auch vom Marinemusikkorps aus Wilhelmshaven, das sich auf dem Bahnsteig postiert hatte.

14.000 Angehörige der Streitkräfte aus 40 Nationen

„Wir waren vor Corona schon deutlich über 1.000 Pilger“, sagte der Leiter der deutschen Delegation, Oberst Stefan Graichen, im Gespräch mit der „Tagespost“. Doch 2020 und 2021 fiel die Wallfahrt pandemiebedingt aus, auch im vergangenen Jahr gab es nur eine stark abgespeckte Version.

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Erwartet werden zu dem Großereignis diesmal rund 14.000 Angehörige der Streitkräfte aus 40 Nationen. Auf dem Programm stehen unter anderem ein gemeinsamer Kreuzweg, eine internationale Konferenz militärischer Verantwortungsträger und eine Eucharistische Prozession am Samstagabend.

Die Soldatenwallfahrt steht in diesem Jahr im Zeichen des 60-jährigen Jubiläums des Elysée-Vertrags von 1963. Am 22. Januar unterzeichneten Bundeskanzler Konrad Adenauer und der französische Staatspräsident Charles de Gaulle den deutsch-französischen Freundschaftsvertrag, der die beiden Nachbarländer nach einer vermeintlich jahrhundertelangen „Erbfeindschaft“ und insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg einander näherbringen sollte, insbesondere durch verstärkte politische Zusammenarbeit und gegenseitigen kulturellen Austausch.

Auszeit und Begegnung mit Gott

Auch die Geschichte der jährlichen Soldatenwallfahrt nach Lourdes geht auf eine deutsch-französische Initiative in der Nachkriegszeit zurück. 1958, zum 100-jährigen Jubiläum der Erscheinungen der Gottesmutter in Lourdes, fand die erste Soldatenwallfahrt mit rund 40.000 Teilnehmern aus elf Ländern statt, darunter Deutschland, Frankreich, die USA und Großbritannien.

Die Wallfahrt soll den teilnehmenden Soldaten eine Auszeit und eine Begegnung mit Gott und den Sakramenten der Kirche ermöglichen. Nach eigenen Angaben soll die Pilgerreise dazu beitragen, die Barmherzigkeit Gottes in die Welt der Streitkräfte zu tragen und sich insbesondere für Verwundete einzusetzen. So wird es am Samstag wieder einen internationalen Wettbewerb zwischen Verwundeten und Soldaten ohne Behinderung geben.

In dem kleinen Ort Lourdes in den französischen Pyrenäen ist nach katholischer Überlieferung die Gottesmutter Maria ab dem 11. Februar 1858 insgesamt 18 Mal dem Bauernmädchen Bernadette Soubirous in der Grotte von Massabielle erschienen. In ihren Botschaften ruft Maria insbesondere zum Gebet des Rosenkranzes sowie zu Buße und Umkehr auf. Seitdem pilgern Menschen an diesen Ort, an dem sich zahlreiche Wunderheilungen ereignet haben sollen. 70 von ihnen sind mittlerweile kirchlich anerkannt. Dokumentiert sind mittlerweile über 6.000 Heilungen.

Lesen Sie weitere Berichte und Hintergründe aus Lourdes in der kommenden Ausgabe der "Tagespost".

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