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Priesterausbildung: Rektor von Heiligenkreuz warnt vor „Deutschem Sonderweg“

Das Verschwinden der kirchlichen Hochschulen würde die mitteleuropäische Bildungslandschaft verarmen lassen und zu einer monochromen Monokultur führen, meint Pater Wolfgang Buchmüller, Rektor der Philosophisch-Theologischen Hochschule Benedikt XVI. Heiligenkreuz.
Priesterausbildung: Das Verschwinden der kirchlichen Hochschulen
Foto: Britta Pedersen (dpa-Zentralbild) | Als Beispiel für kirchlich erfolgreiche Bildungsarbeit verweist Buchmüller auf Frankreich, wie beispielsweise in Paris das Institut Catholique und das Collège des Bernardins eine konstruktive Arbeitsteilung leisten.

Der Rektor der Philosophisch-Theologischen Hochschule Benedikt XVI. Heiligenkreuz, Pater Wolfgang Buchmüller OCist, hat den Plan des Koordinationsrats der Bischofskonferenz, den Priesternachwuchs der deutschen Bistümer künftig ausschließlich an den staatlichen Fakultäten von Mainz, München und Münster auszubilden als potenziellen „Deutschen Sonderweg“ bezeichnet. Das Verschwinden der kirchlichen Hochschulen würde aus seiner Sicht die mitteleuropäische Bildungslandschaft verarmen lassen und zu einer monochromen Monokultur  führen. 

Wo kirchliche Bildungsarbeit erfolgreich ist

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Buchmüller zieht den Vergleich zu anderen Ländern der weiten Catholica sieht es anders aus, insbesondere in den romanischen Staaten. Dort seien die kirchlichen akademischen Einrichtungen beinahe die einzigen Bildungseinrichtungen, an denen die Seminaristen und zukünftigen Religionslehrer ausgebildet werden. Als Beispiel fürkirchlich erfolgreiche Bildungsarbeit verweist Buchmüller auf Frankreich, wie beispielsweise in Paris das Institut Catholique und das Collège des Bernardins eine konstruktive Arbeitsteilung leisten. Das Institut formt in erster Linie den akademischen Nachwuchs, das Collège ist führend bei der Priesterausbildung nach dem Prinzip ‚Priester bilden Priester aus‘.

Buchmüllers Fazit: „Dies scheint sich für die Kirche nicht nachteilig auszuwirken: In Paris, einer Multi-Kulti-Metropole mit etwa fünfzehn Millionen Einwohnern, sind noch über sechzig Prozent der Bevölkerung katholisch, im deutschsprachigen Raum, beispielsweise in Wien, einer traditionell katholischen Stadt, nur noch 39 Prozent.“

Skeptisch gegenüber staatlich geförderter akademischer Theologie

Skeptisch beurteilt der Zisterzienser die in protestantischen Ländern allgemein vorherrschende  Vorliebe für das Modell staatlich geförderter akademischer Theologie. Zurückzuführen sei sie auf das Staatskirchentum der Vergangenheit. In katholischen Ländern hingegen bestehe eine gewisse Affinität zu akademischen Bildungseinrichtungen in der autonomen Verantwortung von kirchlichen Einrichtungen.  DT/reg

Lesen Sie den ausführlichen Beitrag in der kommenden Ausgabe der Tagespost.

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