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Eine diabolische Machtdemonstration

Das Selbstbestimmungsgesetz zwingt die Bürger dazu, an einem perfiden Lügenspiel teilzunehmen, das vor allem Frauen und Kinder in Gefahr bringt.
Tony Curtis and Jack Lemmon in "Manche mögen's heiß" (1959) von Billy Wilder.
Foto: IMAGO (www.imago-images.de) | In Billy Wilders Kultkomödie "Manche mögen's heiß" (1959) sind Männer, die sich als Frauen ausgeben, ein Grund zu lachen. Ganz und gar nicht zum Lachen ist dagegen das neue Selbstbestimmungsgesetz.

Ab sofort kann in Deutschland jeder selbst entscheiden, welchem Geschlecht er angehören möchte. Damit ein Mann als Frau oder eine Frau als Mann gilt, muss er oder sie lediglich eine entsprechende Erklärung gegenüber dem Standesamt abgeben. Auf die Gefahren, die vor allem Frauen drohen, wenn Männer sich als Frauen ausgeben dürfen, wurde in den vergangenen Monaten immer wieder hingewiesen. Die Tatsache, dass im Gesetz festgeschrieben ist, dass das Hausrecht von der Neureglung „unberührt“ bleibt, vermag nicht wirklich zu beruhigen. Der Blick ins Ausland, wo ähnliche „Selbstbestimmungsgesetze“ bereits in Kraft sind, lässt erwarten, dass geschützte Bereiche für Frauen zunehmend in Gefahr geraten werden.

Der Staat macht sich zum Mittäter

Selbst wenn die Sorgen vieler Frauen sich in diesem Punkt nicht bewahrheiten sollten, ändert dies nichts an den katastrophalen Auswirkungen, die dieses Gesetz auf Kinder und Jugendliche haben wird. Über einen Wechsel des „Geschlechtseintrags“ von Kindern unter fünf Jahren können die Erziehungsberechtigten nach Belieben entscheiden. Die Zahl narzisstisch gestörter Eltern, die ein „Transkind“ wollen, um sich an der daraus erwachsenden gesellschaftlichen Aufmerksamkeit zu ergötzen, dürfte gering sein. Aber es gibt solche Menschen und sie werden ab sofort vom Staat bei Missbrauch ihrer Kinder unterstützt.

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Hinzu kommt, dass Jugendliche ab 14 Jahren sogar gegen den ausdrücklichen Willen ihrer Eltern ihren „Geschlechtseintrag“ ändern lassen können, wenn sie die Zustimmung eines Familiengerichts erhalten. Pubertierende befinden sich in der vielleicht fragilsten Orientierungsphase ihres Lebens. Das neue Gesetz ist ihnen gegenüber – sowie gegenüber allen, die psychisch an ihrer Geschlechtlichkeit leiden – völlig empathielos. Anstelle therapeutischer Unterstützung und geistiger Orientierung wird die psychische Destabilisierung der Betroffenen befördert.

Der Geist der Lüge

Alle diese schlimmen Folgen fließen aus dem Geist der Lüge, der dieses Gesetz prägt. Es ist nämlich offenkundig, dass in Wahrheit ein Mann niemals eine Frau und eine Frau niemals ein Mann sein kann. Insofern besagt das neue Gesetz eigentlich: Jeder darf dem Staat gegenüber so tun, als ob er ein anderes Geschlecht hätte, als er in Wirklichkeit hat. Das allerdings ist weit mehr als die Erlaubnis zum kontrafaktischen Rollenspiel. Im liberalen Staat durfte sich auch bisher schon jeder verkleiden, wie er wollte; Hans durfte sich seinen Mitmenschen als Loretta oder als Reinkarnation Napoleons vorstellen. Nichts davon war verboten.

Nun aber wird die ganze Gesellschaft gezwungen, das üble Spielchen mitzuspielen und Unwahrheiten öffentlich als Wahrheit gelten zu lassen. Bei Zuwiderhandlung drohen Strafen: Wer gegen das „Offenbarungsverbot“ verstößt, indem er den ursprünglichen Namen und das wahre Geschlecht einer Person „offenbart oder ausforscht“, muss mit einem Bußgeld von „bis zu zehntausend Euro rechnen“.

Keine bloße Verrücktheit

Das Selbstbestimmungsgesetz ist keine bloße Verrücktheit, die aus aufrichtigem Irrglauben über die Geschlechtlichkeit des Menschen erwachsen wäre. Es handelt sich um ein Lügengebäude, dessen Architekten genau wissen, dass sie lügen. Der angenommene Gesetzestext macht daraus kein Geheimnis. Dass auch die Regierung selbstverständlich weiß, was ein Mann und was eine Frau ist, zeigt sich an den vermerkten Ausnahmen. In § 8 heißt es: „Gesetze und Verordnungen, die Regelungen zu Schwangerschaft, Gebärfähigkeit, künstlicher Befruchtung sowie zu Entnahme oder Übertragung von Eizellen oder Embryonen treffen, gelten unabhängig von dem im Personenstandsregister eingetragenen Geschlecht der jeweiligen Person.“ Mit anderen Worten: Natürlich können Männer keine Kinder gebären! Auch im kriegerischen Ernstfall weiß der Staat selbstredend, wer Mann und wer Frau ist. Denn für den „Spannungs- und Verteidigungsfall“ ist in § 9 geregelt, dass Männer Männer bleiben müssen.

Der Teufel (Diabolos) ist seiner griechischen Wortwurzel nach der Durcheinanderwerfer. Das Reich des Teufels ist daher die lügenhaft in sich verkehrte Welt. So gesehen ist das Selbstbestimmungsgesetz eine wahrhaft diabolische Machtdemonstration.

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