Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Warschau/Vatikanstadt

Polen: Kardinal Wyszynski wird seliggesprochen

Unter Polens Katholiken gilt er als „Primas des Jahrtausends“. Der ehemalige Vorsitzende der Polnischen Bischofskonferenz, Kardinal Stefan Wyszynski, wird auch für seinen Kampf gegen den Kommunismus geschätzt. Am 07. Juni soll er seliggesprochen werden.
Seligsprechung Kardinal Wyszynskis
Foto: Wikicommons; Roland von Bagratuni | Er wird von Polens Katholiken als bedeutendste Kirchenpersönlichkeit des Landes nach Johannes Paul II. angesehen: Kardinal Stefan wyszynski (li.), im Bild mit Antonio Baraniak, dem ehemaligen Erzbischof von Posen.

Der polnische Kardinal Stefan Wyszynski (1901-1981) wird am 7. Juni in Warschau seliggesprochen. Das entschied Papst Franziskus am Montag nach Angaben des Warschauer Metropoliten, Kardinal Kazimierz Nycz. Dem Gottesdienst zur Seligsprechung werde Kardinal Giovanni Angelo Becciu vorstehen, Leiter der vatikanischen Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungen. Dies teilte die Polnische Bischofskonferenzen mit.

Lesen Sie auch:

Förderer des jungen Kardinals Wojtyla

Kardinal Wyszynski gilt unter Polens Katholiken als „Primas des Jahrtausends“. Nach dem heiligen Papst Johannes Paul II. wird der ehemalige Erzbischof von Gnesen und Warschau als bedeutendste Kirchenpersönlichkeit des Landes im 20. Jahrhundert angesehen.  Das Seligsprechungsverfahren hatte das Erzbistum Warschau bereits 1989 in die Wege geleitet.

Kardinal Wyszynski war von 1948 bis 1981 Vorsitzender der Polnischen Bischofskonferenzen. Geschätzt wird er auch für seinen Widerstand gegen das kommunistische Regime in Warschau, das die katholische Kirche unterdrückte. Der langjährige Primas von Polen, der ein Minimum an geistiger Freiheit bewahren wollte, unterzeichnete im Jahr 1950 ein Abkommen mit dem stalinistischen Regime, das dessen Kampf gegen die Kirche hinauszögerte. Von 1953 bis 1956 wurde er ohne Prozess inhaftiert. Wyszynski gilt zudem auch als Förderer des jungen Krakauer Kardinals Wojtyla. Als Papst Johannes Paul II. sollte dieser später entscheidend zum Sturz des Kommunismus beitragen.

Der pastoralen Arbeit der Kirche Polens gab er die Richtung vor

Als Vorsitzender der Polnischen Bischofskonferenzen setzte Kardinal Wyszynski auf die Einheit von Bischöfen, Geistlichen und Laien. Der pastoralen Arbeit der Kirche Polens gab er die Richtung vor und war gleichzeitig verantwortlich für ihre Linie nach Außen, beispielsweise während des Zweiten Vatikanischen Konzils oder indem er den Brief der Polnischen Bischofskonferenzen an die deutschen Bischöfe im Jahr 1965 verteidigte.

Papst Franziskus hatte bereits Anfang Oktober ein Dekret der Heiligsprechungskongregation gebilligt, das die Heilung einer damals 19-jährigen Polin von Schilddrüsenkrebs im Jahr 1989 auf Anrufung Wyszynskis als Wunder einstuft. Damit waren alle formalen Voraussetzungen für die Seligsprechung erfüllt.

DT/mlu/KNA

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen. Kostenlos erhalten Sie die aktuelle Ausgabe

Themen & Autoren
Redaktion Bischofskonferenz Erzbischöfe Giovanni Angelo Becciu Johannes Paul II. Papst Franziskus Päpste Stefan Wyszynski Zweites Vatikanisches Konzil

Weitere Artikel

Nur Mutter des gläubigen Volkes? Warum die Note des Glaubensdikasteriums über die Gottesmutter nach Präzisierung verlangt.
13.11.2025, 15 Uhr
Manfred Hauke
Das vatikanische Appellationsgericht ordnet die Wiederholung des Verfahrens gegen Kardinal Angelo Becciu an. Ein Grund: wie Papst Franziskus in die Verhandlungen eingegriffen hat.
01.04.2026, 08 Uhr
Giulio Nova

Kirche

Zum Auftakt seiner Reise nach Afrika besucht der Papst am Montag die algerische Hauptstadt. Geplant ist ein Treffen mit dem Präsidenten und der Ortskirche.
13.04.2026, 07 Uhr
Meldung
Weltmission sei ein Antidepressivum für unsere Kirchenfrustration, meint Pater Karl Wallner. Über die Sünden des Westens und die Glaubensfreude der afrikanischen Christen.
09.04.2026, 19 Uhr
Stephan Baier
Papst Leo reist in die Heimat seines Ordensvaters Augustinus: Ein Blick in das vor 1600 Jahren erschienene Hauptwerk des Bischofs von Hippo „Vom Gottesstaat“.
11.04.2026, 17 Uhr
Michael Fiedrowicz