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Neue Normalität in Österreichs Kirchen

Weiterer Schritt zur Normalisierung bei Gottesdiensten in Österreich – Bischöfe räumen Lernbedarf ein.
Coronavirus in Österreich
Foto: Hans Punz (APA) | Die Bischöfe räumen in ihrem Hirtenwort zugleich ein, dass die Corona-Krise „uns auch als Kirche überrascht und überfordert“ habe Im Bild: der Wiener Stephansdom.

Zu Pfingsten dürfen sich Gottesdienstbesucher in Österreich über weitere Lockerungen der strengen bischöflichen Vorgaben freuen: Ab diesem Freitag dürfen sie den bisher für die gesamte Dauer des Aufenthalts in der Kirche vorgeschriebenen Nasen-Mund-Schutz abnehmen, sobald sie in der Kirche ihren Sitzplatz erreicht haben. Auch wurde der Mindestabstand für Personen, die nicht im gemeinsamen Haushalt leben, von zwei auf einen Meter reduziert. Hochzeiten, Taufen und Begräbnisse dürfen mit bis zu 100 Teilnehmern stattfinden. Es wird allerdings weiterhin nur Handkommunion erlaubt sein, und die Weihwasserbecken bleiben leer.

Die Bischofskonferenz folgt mit diesen Bestimmungen, die an diesem Donnerstagmittag veröffentlicht wurden, einer neuen Verordnung des österreichischen Gesundheitsministeriums von Mittwoch. Modifiziert wurden damit jene Vorgaben der Bischofskonferenz, die ab Mitte Mai öffentliche Gottesdienste unter strengen Auflagen und Beschränkungen ermöglichten.

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Kirche war überrascht und überfordert

In einem gemeinsamen Hirtenwort zum bevorstehenden Pfingstfest gehen Österreichs Bischöfe auf die Kritik vieler Gläubiger ein: „Manche hatten den Eindruck, dass wir vorrangig mit unseren eigenen Angelegenheiten beschäftigt gewesen wären. Wir bitten um Entschuldigung, wo dies der Fall war und dadurch die Sorge für die konkreten Anliegen der Menschen zu kurz gekommen ist.“ Die Regulierungen der liturgischen Praxis seien notwendig gewesen, „um ein Mittragen der behördlichen Maßnahmen zu signalisieren“.

Die Bischöfe räumen in ihrem Hirtenwort zugleich ein, dass die Corona-Krise „uns auch als Kirche überrascht und überfordert“ habe. Wie alle anderen Institutionen musste auch die Kirche „im Krisenbewältigungsbetrieb schrittweise lernen, was zu tun ist“. Lob gibt es seitens der Bischöfe für die Telefonseelsorge, die Caritas, viele Pfarreien und jene Priester, die intensiv die digitalen Medien nutzten. Wörtlich heißt es in dem Hirtenwort: „Wir arbeiten weiterhin an einer lern- und erneuerungsbereiten Kirche, die ebenso gefordert ist, sich geistvoll auf eine ‚erneuerte Normalität‘ einzustellen.“

DT/sba

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