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20.000 auf dem Weg nach Chartres

80 Kilometer sind geschafft, in wenigen Stunden erreichen die Gläubigen den Marienwallfahrtsort Chartres: Der Liveticker von Westeuropas größter Pilgerfahrt.
Chartres Kathedrale
Foto: Imago/robertharding | Ziel nach 100 Kilometern: die Marienkathedrale von Chartres, einer der bedeutendsten Wallfahrtsorte Frankreichs.

Die Chartres-Wallfahrt hat begonnen: Start war am Samstagmorgen um 7.30 Uhr eine Heilige Messe in der Pariser Kirche Saint-Sulpice.

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Rund 40 der 100 Kilometer gen Südwesten legten die rund 20.000 Teilnehmer am Samstag zurück, 37 am Sonntag und die übrigen am Montag. Die Temperaturen: um die 30 Grad, dazu strahlende Sonne. Das Leitwort der Wallfahrt lautet in diesem Jahr „You will be my witnesses to the ends of the earth“ (zu Deutsch: „Ihr werdet meine Zeugen sein bis an die Enden der Erde“). 

Die Gläubigen pilgern in „Chapitres“, Gruppen von 50 bis 80 Personen, eingeteilt nach ihrer Herkunftsregion und begleitet von Priestern und Seminaristen. Jedes Chapitre ist nach einem Heiligen benannt. Aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sind es 21 Chapitres. Auch aus den USA, Irland, Norwegen, Kroatien und anderen Ländern sind Pilger angereist. 

Am Pfingstsonntag fand die Heilige Messe auf einer Wiese statt, am Pfingstmontag wird sie nachmittags in und vor der „Cathédrale Notre-Dame de Chartres“ zelebriert (zu Deutsch „Kathedrale Unserer Lieben Frau zu Chartres“). Gegen 17 Uhr geht es mit den Bussen über Nacht zurück in die Heimat.

In der Kathedrale von Chartres befindet sich die Reliquie Sancta Camisa, ein der Jungfrau Maria zugeschriebenes Kleidungsstück, das sie während der Verkündigung oder der Geburt Christi getragen haben soll. Im 12. und 13. Jahrhundert verzeichnete Chartres als Wallfahrtsort eine Hochphase. 1983 wurde die Wallfahrt wiederbelebt. Sie wächst stetig: 2023 kamen etwa 16.000 Pilger, 2024 18.000 und 2025 19.000. In diesem Jahr sind rund 20.000 Menschen angemeldet. Offizielle Zahlen zu den Teilnehmern gibt der Organisator in Kürze bekannt. Zumeist ist etwa die Hälfte der Pilger jünger als 30 Jahre.

In diesem Jahr öffneten die Anmeldungen am Palmsonntag (29. März) um 3 Uhr morgens; nach 24 Stunden waren bereits 14.000 Plätze vergeben. Eine Ausweitung der Teilnehmerzahl sei dennoch „nur begrenzt möglich“. Limitierende Faktoren seien logistische Anforderungen wie Sicherheit, Verpflegung und die Infrastruktur entlang der Strecke, äußerte sich der „Chartres Pilgerverein“ auf Anfrage dieser Zeitung. Im deutschsprachigen Raum überstieg wie in den Vorjahren die Nachfrage deutlich die verfügbaren Plätze, besonders in den Regionen Köln und Bayern. 30 Prozent der Teilnahmeinteressierten standen zeitweise auf Wartelisten.

„Alte Messe“ ist charakteristisch

Charakteristisch für die Wallfahrt ist die „alte Messe“. „Das sind junge Menschen, die durch die überlieferte Form der Liturgie in die Kirche eingetreten sind. Hier liegt eine Verantwortung, der man sich stellen muss: Unsere Liturgie ist anziehend, sie ist missionarisch, selbst für Menschen, die anfangs keine Gläubigen waren“, so die Bilanz von Philippe Darantière, dem Präsidenten von Notre-Dame de Chrétienté. Ziel der Wallfahrt sei es, „der Gnade näherzukommen“, ein Bußgang und die Ermutigung, im Alltag zu evangelisieren.

In Jambville bei Paris findet parallel wieder das Pfingstfest der „FRAT“ (von „fraternel“, zu Deutsch „brüderlich“) statt: das Jugendtreffen der Diözesen der Île-de-France; vergleichbar mit einem Weltjugendtag, nur deutlich kleiner. Auf dem Programm stehen neben der Heiligen Messe Lobpreis, Glaubenszeugnisse, Workshops und eucharistische Anbetung. Alle zwei Jahre findet es in Jambville statt, alle zwei Jahre in Lourdes. In diesem Jahr sind rekordbrechende 12.000 Schüler (im Alter zwischen 13 und 15 Jahren) angemeldet. Auch das sei eine Folge der vielen Neutaufen und Katechumenen in Frankreich, schloss das Nachrichtenportal „Aleteia“.

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Neu ist in diesem Jahr, dass die Jugendlichen der „FRAT“ und die Chartres-Pilger bewusst füreinander beten, meldete „Aleteia“. Man entschied, im Zuge der Anbetungsabende am Pfingstsonntag das Vaterunser für die Anliegen der jeweils anderen zu beten. Das erklärte „Aleteia“ Odile Téqui, Kommunikationsbeauftragte von „Notre-Dame de Chrétienté“, dem Verein, der die Chartres-Wallfahrt organisiert. Das Gebet füreinander, „erhoben zu Gott“, deute auf die Einheit hin, die der Heilige Geist an Pfingsten schenke – und solle „die Nächstenliebe“ der beiden verschiedenen katholischen Milieus zueinander stärken. DT/elih

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