Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Spanien

„Der Glaube entdeckt, dass Christus in der Eucharistie gegenwärtig ist“

Bischof José Ignacio Munilla von Orihuela-Alicante sprach mit spanischsprachigen Katholiken in Deutschland über die reale Gegenwart Christi in der Eucharistie.
Knien vor der Eucharistie
Foto: Imago | Munilla nannte das Niederknien während der Wandlung, die Kniebeuge vor dem Tabernakel und die sorgfältige Reinigung von Kelch und Patene „äußere Bekenntnisse”.

In einer Online-Katechese zur realen Gegenwart Jesu Christi in der Eucharistie erinnerte Bischof José Ignacio Munilla an die Verheißung Jesu vor seiner Himmelfahrt, seine Jünger nicht allein zu lassen. Laut dem Katechismus sei Christus auf vielfältige Weise gegenwärtig: im Wort Gottes, im gemeinsamen Gebet, in den Armen und Kranken, in den Sakramenten und im priesterlichen Dienst.

Lesen Sie auch:

Der Eucharistie komme dabei eine einzigartige Stellung zu. In ihr seien „wahrhaft, wirklich und wesentlich der Leib und das Blut zusammen mit der Seele und der Gottheit unseres Herrn Jesus Christus“ gegenwärtig: „In den anderen Sakramenten handelt Christus; in der Eucharistie ist er gegenwärtig.“ Die reale Gegenwart dürfe aber nicht als physisch messbare Gegenwart verstanden werden. Eine naturwissenschaftliche Untersuchung der konsekrierten Hostie könne Christus nicht nachweisen. Seine Gegenwart sei real und substanziell, aber nicht physisch, sondern metaphysisch.

Die Wandlung geschehe, nachdem der Priester den Heiligen Geist auf Brot und Wein herabgerufen habe und in persona Christi die Worte spreche: „Das ist mein Leib, das ist mein Blut.“ Die Verwandlung von Brot und Wein in den Leib und das Blut Christi werde als Transsubstantiation bezeichnet. Die äußeren „Gestalten“ von Brot und Wein blieben bestehen; ihre Substanz aber werde zum Leib und Blut Christi. Munilla grenzte diese Lehre sowohl von Vorstellungen ab, nach denen Brot und Christus zugleich gegenwärtig seien, als auch von rein symbolischen Deutungen.

Der Glaube macht Jesus nicht gegenwärtig

Begriffe wie „Transsignifikation“ oder „Transfinalisation“ könnten den Eindruck erwecken, lediglich Bedeutung oder Zweck des Brotes änderten sich für den Glaubenden. Dem stellte er die katholische Kernaussage entgegen: „Nicht mein Glaube macht Jesus in der Eucharistie gegenwärtig. Mein Glaube entdeckt, dass Jesus in der Eucharistie ist.“

Weil der Mensch „mit seinem ganzen Körper“ bete, hätten äußere Zeichen Bedeutung als sichtbares Bekenntnis. Munilla nannte das Niederknien während der Wandlung, die Kniebeuge vor dem Tabernakel und die sorgfältige Reinigung von Kelch und Patene. Auch die stille Danksagung nach der Kommunion sei wichtig, weil die Gegenwart Christi andauere, solange die eucharistischen Gestalten bestünden.

Lesen Sie auch:

Die Kirche habe den eucharistischen Glauben von Anfang an bewahrt und im Lauf der Jahrhunderte immer klarer entfaltet. Aus der Aufbewahrung der Eucharistie für Kranke habe sich der Tabernakel entwickelt. Später seien Formen eucharistischer Frömmigkeit hinzugekommen: Anbetung vor dem Allerheiligsten, nächtliche und ewige Anbetung, eucharistische Kongresse und Gebetszeiten vor dem Tabernakel.

Besonders betonte Munilla die Bedeutung der eucharistischen Anbetung für die Jugendpastoral. Einen Wendepunkt habe der Weltjugendtag 2005 in Köln markiert, bei dem Benedikt XVI. auf dem Marienfeld vor Hunderttausenden jungen Menschen das Allerheiligste ausgesetzt habe. Als zeitgenössisches Vorbild nannte Munilla Carlo Acutis, dessen eucharistische Frömmigkeit besonders Jugendlichen den Zugang zur Eucharistie eröffnet habe.

Katholischen Journalismus stärken

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Stärken Sie katholischen Journalismus!

Unterstützen Sie die Tagespost Stiftung mit Ihrer Spende.
Spenden Sie direkt. Einfach den Spendenbutton anklicken und Ihre Spendenoption auswählen:

Die Tagespost Stiftung-  Spenden

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
José García Bischöfe Jesus Christus Katholikinnen und Katholiken Transsubstantiation Weltjugendtag

Weitere Artikel

Wenn weltliche und geistliche Macht aneinandergeraten: In der Geschichte hat sich das Papsttum am Ende immer behauptet.
20.04.2026, 09 Uhr
Henry C. Brinker

Kirche

Die Vorwürfe gegen den verstorbenen Essener Kardinal Franz Hengsbach wiegen schwer. In der Bewertung ist Augenmaß angesagt – schon im Interesse der Betroffenen.
26.06.2026, 11 Uhr
Regina Einig
Auch beim Besuch der Lombardei und der Reliquien des heiligen Augustinus war die Migration ein wichtiges Anliegen des Papstes.
25.06.2026, 09 Uhr
Guido Horst
Josef-Pieper-Preisträger äußert starke Bedenken gegen geplanten Kurswechsel der Päpstlichen Akademie für das Leben.
25.06.2026, 19 Uhr
Ruth Francke
Die Absage aus Rom an Laienpredigten ist eine erneute Erinnerung daran, dass die Kirche ihre eigene Ordnung nicht beliebig verändern kann. Ein Kommentar.
25.06.2026, 08 Uhr
Dorothea Schmidt