Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Kirchenmusikfestival

Die  Königin der Instrumente hat eine Residenz in Hof 

Bayerns Kulturstaatsminister Herrmann hat die Schirmherrschaft übernommen – Erzbischof em. Ludwig Schick zelebriert Pontifikalamt. 
Schwalbennest-Orgel in Hof.
Foto: Stühlmeyer | Schwalbennest-Orgel in Hof.

Mit dem Kirchenmusikfestival „650 Jahre Orgeln in Hof“ begeht die Stadt Hof im Jahr 2026 ein besonderes Jubiläum, das tief in der Geschichte des kirchlichen Lebens verwurzelt ist. Über mehrere Monate hinweg – vom 3. Mai bis zum 4. Oktober – wird die Orgel als zentrales Instrument der Liturgie in ihrer geistlichen, kulturellen und historischen Bedeutung erlebbar. 

Das Festival steht unter der Schirmherrschaft des bayerischen Staatsministers Joachim Herrmann und wird von Stadt- und Dekanatskantor Dr. Ludger Stühlmeyer verantwortet. 

Ein Jubiläum des Glaubens 

Der Anlass des Festivals reicht zurück bis ins Jahr 1376, als im Hofer Franziskaner- und Klarissenkloster eine Orgel nachweisbar ist. Damit gehört Hof zu den ältesten Orten des Orgelbaus in Bayern. Die Orgel ist seit jeher untrennbar mit der Feier der Liturgie verbunden – sie dient der Ehre Gottes und der Erhebung der Herzen der Gläubigen. Zugleich erinnert das Festival an die franziskanischen Wurzeln der Stadt sowie an den 800. Todestag des heiligen Franz von Assisi, dessen geistliches Erbe ebenfalls in das Programm einfließt. 

Liturgie im Mittelpunkt 

Das Festival ist bewusst geistlich geprägt: Im Zentrum stehen feierliche Gottesdienste, die durch die Orgelmusik verschiedener Epochen gestaltet werden – von gregorianischem Choral über barocke Klangpracht bis hin zu zeitgenössischen Kompositionen. Der Eröffnungsgottesdienst am 3. Mai 2026 in St. Marien führt mit der „Missa de angelis“ und frühmittelalterlichen Handschriften in die Ursprünge kirchlicher Musiktradition zurück. Den Abschluss bildet am 4. Oktober 2026, dem Gedenktag des heiligen Franz von Assisi, ein festlicher Gottesdienst in St. Lorenz mit der Uraufführung einer neuen Komposition nach Texten des Ordensgründers.  

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Daneben war die Angebotsvielfalt den Organisatoren des Festivals ein besonderes Anliegen, wie Stühlmeyer gegenüber der Tagespost betont: „Bei der Planung des Festivals haben Barbara Schrenk und ich versucht, ganz unterschiedliche Formen zu berücksichtigen und damit Perspektiven zu eröffnen“. Das spiegelt sich nicht allein in den dargebotenen Werken, sondern auch in den angesprochenen Zielgruppen, die Jung und Alt gleichermaßen einschließen und sich auch an die ganz kleinen richten, so etwa in der Orgelgeschichte „Die Kirchenmaus und das Geheimnis der klingenden Pfeifen“.  

Kirchenmusik als Verkündigung 

Neben den Gottesdiensten umfasst das Programm Orgelmessen, Vespern, geistliche Konzerte sowie Andachtsformate wie die „Sommernachtsgedanken“. Diese verbinden Wortverkündigung und Musik in besonderer Weise und laden zur inneren Einkehr ein. Ein Pontifikalamt mit Erzbischof em. Ludwig Schick unterstreicht die überregional-religiöse Bedeutung des Festivals. Denn natürlich spielt die Vermittlung des Glaubens beim Thema „Orgel“ eine zentrale Rolle: Führungen, Angebote für Kinder und Jugendliche sowie Vorträge zur Geschichte der Orgel eröffnen Zugänge zur reichen Tradition kirchlicher Musik. Ausstellungen wie „Holz, Metall, Wind und Himmelsklänge“ machen die Orgel zudem als Kunstwerk und Zeugnis lebendiger Glaubensgeschichte erfahrbar. Das Kirchenmusikfestival lädt Gläubige und Interessierte ein, die Schönheit der Liturgie und die Tiefe der kirchenmusikalischen Tradition neu zu entdecken. In der Verbindung von Gebet, Musik und Gemeinschaft wird erfahrbar, was die Kirche seit Jahrhunderten trägt: der Lobpreis Gottes im Klang der Orgel. 


Der Autor ist promovierter Musikwissenschaftler.

Sonntag, 3. Mai 2026 um 10 Uhr 

Stadtkirche St. Marien, Choralamt, Missa de angelis (14. Jh.) und alte Hofer Musikhandschriften (12. Jh.)  

Ausstellung: „Holz, Metall, Wind und Himmelsklänge“. 

Dienstag, 5. Mai um 18:30 Uhr 

Stadtkirche St. Marien, Abendmesse mit Musik aus der Barockzeit, anschließend 19 Uhr Soirée, marianische Gesänge mit Christina Illmayr, Stockholm, (Flöte & Gesang) und Dekan Andreas Seliger. 

Pfingstsonntag, 24. Mai um 10 Uhr 

Stadtkirche St. Marien, Hochamt mit Musik aus Romantik und Moderne.

Montag, 15. Juni um 19:30 Uhr 

Pfarrzentrum Bernhard Lichtenberg, Vortrag „650 Jahre Orgeln und Orgelbau“ mit Kulturamtsleiter Fabian Riemen.

Dienstag, 23. Juni um 10 Uhr 

Stadtkirche St. Marien, „Eine Reise durch die Geschichte und Technik der Orgel“. Orgelführung für Schülerinnen und Schüler.

Montag, 29. Juni um 18:30 Uhr 

Stadtkirche St. Marien, Orgelmesse mit Werken aus verschiedenen Jahrhunderten. Als Gast Dr. Dietmar Hiller, Konzerthaus Berlin (Orgel).

Mittwoch, 8. Juli um 20 Uhr 

Stadtkirche St. Marien, Sommernachtsgedanken mit Kaplan Christopher Helbig (Sprecher) und Tomoko Cosacchi (Orgel). 

Mittwoch, 16. August um 10 Uhr 

Stadtkirche St. Marien, Orgelmesse mit  Werken aus verschiedenen Jahrhunderten mit Dr. Domagoj Jugovich (Orgel), Chefarzt im Klinikum Hof, ehemaliger Domorganist in Zagreb. 

Mittwoch, 9. September um 20 Uhr 

Stadtkirche St. Marien, Sommernachtsgedanken mit Dekanatsreferentin Barbara Merkes (Sprecherin) und Regionalkantor Stephan Merkes Wunsiedel (Orgel). 

Sonntag, 13. September um 10 Uhr 

Stadtkirche St. Marien, Pontifikalamt mit S.E. Erzbischof em. Prof. Dr. Ludwig Schick, Bamberg, Kammerchor Capella Mariana. Ausstellung: „Holz, Metall, Wind und Himmelsklänge“ – 650 Jahre Orgeln in Hof sowie offene Orgel und Führung zum Tag des offenen Denkmals 

Sonntag, 20. September um 16 Uhr  

Friedhofskapelle, Musik und Wort mit Instrumentalmusik und Gesängen des Hofers Nicolaus Decius in der Urfassung.

Sonntag, 27. September um 16 Uhr 

Stadtkirche St. Marien, Musik und Wort zum 800. Todestag Franz von Assisis, mit Pfarrer Prof. Dr. Jürgen Henkel (Sprecher) Selb, Jens Wilckens (Violine), Friederike Wilckens (Cello).

Sonntag, 4. Oktober um 11 Uhr 

St. Lorenzkirche, Gottesdienst zum Ende der ökumenischen Schöpfungsdekade. Uraufführung einer Neukomposition mit einem Text von Franz von Assisi

 

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