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Metropolit Hilarion überraschend abberufen

Unerwarteter Führungswechsel in der russisch-orthodoxen Außenpolitik – Neuer Amtschef ist ein enger Vertrauter von Patriarch Kyrill.
Hilarion Alfeyev
Foto: imago stock&people | Hilarion Alfeyev, ehemaliger Leiter des Außenamtes der russisch- orthodoxen Kirche wurde überraschend abgesetzt.

Der mächtige Außenamtschef der russisch-orthodoxen Kirche, Metropolit Hilarion Alfeyew (55) von Wolokolamsk, wurde am Dienstag überraschend aus seinem Amt entlassen und zum Metropoliten der russischen Orthodoxie für Budapest und Ungarn ernannt. Hilarion galt bisher als zweitmächtigster Mann des Moskauer Patriarchats nach Patriarch Kyrill, als gewiefter Taktiker und Stratege der Außenpolitik der russischen Orthodoxie.

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Nicht mehr im Synod

Wie das Patriarchat auf seiner Homepage am Dienstag bekanntgab, traf der Heilige Synod, also der oberste Führungskreis der russisch-orthodoxen Bischöfe, in Moskau diese Entscheidung. Hilarion verliert mit der Ämterrochade auch seinen ständigen Sitz im Synod.

Zum neuen Vorsitzenden der Abteilung des Moskauer Patriarchats für die kirchlichen Außenbeziehungen wurde Metropolit Antonij Sevrjuk (37) von Korsun ernannt, der bisher auch das Exarchat für Westeuropa mit Sitz in Paris leitet. Er wird den bisherigen Sitz von Metropolit Hilarion im Synod wie auch den Titel von Wolokolamsk übernehmen. Erzbischof Antonij war einst persönlicher Sekretär von Patriarch Kyrill und gilt als dessen enger Vertrauter. Kurzzeitig war er auch russisch-orthodoxer Bischof in Österreich.

Distanz zu Kyrill

Metropolit Hilarion, der auch die ökumenischen Kontakte für das Moskauer Patriarchat gestaltete und häufig Gast im Vatikan war, galt im kirchlichen Ringen um die Ukraine eher als Hardliner im Konflikt Moskaus mit dem Ökumenischen Patriarchen. Seit dem Einmarsch Russlands in der Ukraine am 24. Februar fiel er jedoch durch betonte Zurückhaltung auf, während Kyrill selbst nahezu täglich die russische Invasion öffentlich rechtfertigte. Experten meinen gegenüber der „Tagespost“, Hilarion sei nun der Sündenbock dafür, dass das Moskauer Patriarchat wegen seiner konfrontativen Kirchenpolitik viel Prestige und Einfluss verlor. Nicht nur die „Ukrainisch-Orthodoxe Kirche des Moskauer Patriarchats“ hat sich von Moskau losgesagt und seine Unabhängigkeit betont. Auch die russische Orthodoxie in Litauen geht auf Distanz zu Kyrill und seinem Kurs. DT/sba

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