Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Freiburg

Liturgiker Hoping für Revision von „Traditionis custodes“

Die jüngsten päpstlichen Maßgaben für die „alte Messe“ hält der Freiburger Liturgiker Helmut Hoping nur für begrenzt durchsetzbar. Und er rechnet mit bischöflichen Dispensen von einigen der Vorschriften.
Die Autorität von Papst Franziskus werde durch das Motu proprio "Traditionis custodes" nicht gestärkt
Foto: Evandro Inetti (ZUMA Wire) | Die Autorität von Papst Franziskus werde durch das Motu proprio "Traditionis custodes" nicht gestärkt, meint der Freiburger Liturgiker Helmupt Hoping.

Der Freiburger Liturgiker Helmut Hoping spricht sich für eine Revision des vor knapp zwei Wochen veröffentlichten Motu proprio „Traditionis custodes“ aus. Papst Franziskus hatte damit die von seinem Vorgänger Benedikt XVI. gewährten Freiheiten für die überlieferte römische Liturgie stark eingeschränkt. 

Lesen Sie auch:

Hoping: Motu proprio unklar und widersprüchlich

Hoping geht von einer begrenzten Durchsetzbarkeit der jüngsten päpstlichen Maßgaben für die „alte Messe“ aus. „Nicht wenige Bischöfe werden dem Papst nicht folgen, indem sie das Schreiben pragmatisch interpretieren und Dispensen von einigen seiner Vorschriften erteilen. Die Autorität des Papstes wird das nicht stärken. Eine Revision wäre aber schon allein deshalb nötig, weil das Motu proprio in sich unklar und widersprüchlich ist“, erklärte er im Gespräch mit dieser Zeitung.

Als Beispiel dafür führt Hoping an, dass der Papst noch im Februar letzten Jahres gebilligt habe, dass sieben neue Präfationen in der alten Messe verwendet werden können, wobei im entsprechenden Schreiben die „alte Messe“ als die außerordentliche Form des Römischen Ritus bezeichnet werde. Dem Motu proprio zufolge sei nun aber die „alte Messe“ nicht Teil des römischen Ritus.

Überrascht zeigte sich der Freiburger Theologe von den Reaktionen in Frankreich. Es seien die  französischen Bischöfe, die bestätigten, dass das Schreiben von Franziskus unverhältnismäßig sei, obwohl vor der Publikation des Motu proprio die Rede davon gewesen sei, dass die französischen Bischöfe in ihrer Antwort auf eine Umfrage des Vatikans von großen Problemen mit den vielen Priestern und Gläubigen berichtet hätten, die in ihren Bistümern der alten Messe verbunden seien.  DT/reg

Ob Hoping eine Veröffentlichung der Umfrageergebnisse zur "alten Messe" noch für hilfreich hält und was er nun mit Blick auf Deutschland erwartet lesen Sie in der kommenden Ausgabe der Tagespost.

Themen & Autoren
Vorabmeldung Benedikt XVI. Bischof Papst Franziskus Päpste Vatikan

Weitere Artikel

„Liebend, streitend, prägend“ – und in der Forschung lange übersehen: Geschwister. Ein Blick auf eine ganz besondere menschliche Verbindung.
21.06.2026, 17 Uhr
Annalia Machuy
Johanna Tannen ist davon überzeugt, dass Deutschland mehr religiöse Bildung braucht. Die Theologin nimmt in ihrem Podcast nicht nur das Christentum in den Blick.
23.08.2026, 15 Uhr
Patrick Peters

Kirche

Grün schlug 1992 vor, einen beschuldigten Priester im Dienst zu lassen. An den Fall erinnerte er sich am Freitag nicht, nach Angaben von Münsterschwarzach jetzt offenbar doch.
09.09.2026, 12 Uhr
Meldung
Es soll eine „Botschaft des Friedens“ werden: Papst Leos Besuch in Metz, dem „Herz Europas“, steht im Zeichen Robert Schumans. Dazu äußerte sich auch Kardinal Hollerich.
08.09.2026, 17 Uhr
Elisabeth Hüffer
Die Bauerstochter diente im Zweiten Weltkrieg als Ordensschwester kranken Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern. Ein spektakuläres Heilungswunder ermöglichte die Seligsprechung.
09.09.2026, 05 Uhr
Claudia Kock
Mariä Geburt: Die Kirche feiert den Geburtstag einer Frau, die Weltgeschichte schrieb. Doch warum wird sie als Morgenröte besungen?
08.09.2026, 14 Uhr
Dorothea Schmidt