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Laizisten-Papst Scalfari unterstellt Franziskus Häresie

Vatikan dementiert: Leugnung der Gottheit Jesu Christi ist keine authentische Papstäußerung.
Der Journalist Eugenio Scalfari
Foto: Ettore Ferrari (ANSA) | Der 95-jährige Scalfari, Gründer der links-liberalen italienischen Tageszeitung „La Repubblica“, sorgte schon früher durch Interviews mit Papst Franziskus für Aufmerksamkeit, deren Athentizität zweifelhaft war.

In einem Editorial für die von ihm gegründete links-liberale Tageszeitung „La Repubblica“ hat der 95 Jahre alte Journalist Eugenio Scalfari behauptet, Papst Franziskus glaube nicht an die Gottheit Christi. Vatikansprecher Matteo Bruni wies diese Darstellung noch am gleichen Tag zurück. Die „Interviews“, die Scalfari in den Jahren 2013 und 2014 mit Franziskus geführt und in „La Repubblica“ veröffentlicht hatte, waren nicht nur deshalb außergewöhnlich, weil Scalfari als der „Laizisten-Papst“ Italiens gilt, sondern weil der damals schon hoch betagte Mann von den Gesprächen weder schriftliche Aufzeichnungen noch Tonbandmitschnitte anfertigte und die Gespräche mit Franziskus später niederschrieb, ohne sie aber dem Papst oder dessen Medienleuten vor dem Abdruck nochmals vorzulegen. Der Vatikan musste damals klarstellen, dass es sich dabei nicht um authentische Äußerungen von Franziskus handele.

„Am Kreuz nur ein Mensch“

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In einem Editorial vom vergangenen Mittwoch zur laufenden Amazonas-Synode hat Scalfari geschrieben: „Wer das Glück hatte, wie es mir mehrfach geschehen ist, ihm (dem Papst) zu begegnen und mit ihm in höchstmöglicher kultureller Vertraulichkeit zu sprechen, der weiß, dass Papst Franziskus Christus als den Mann von Nazareth versteht, als Menschen, nicht als inkarnierten Gott. Einmal Fleisch geworden, hörte Jesus auf, Gott zu sein und wurde bis zu seinem Tod am Kreuz ein Mensch“. Einmal Mensch geworden, „ist Jesus von Nazareth, auch wenn er ein Mann von außerordentlichen Tugenden war, tatsächlich kein Gott gewesen“, habe ihm Franziskus anvertraut, so Scalfari.

Papstsprecher: Eine freie Interpretation

Zuletzt musste der Vatikan am 29. März vergangenen Jahres ein angebliches Interview Scalfaris mit dem Papst dementieren. Noch am Mittwochabend ließ Vatikansprecher Bruni jetzt erklären, „wie schon bei anderen Gelegenheiten bekräftigt, können die Worte, die Doktor Eugenio Scalfari in Anführungszeichen dem Heiligen Vater anlässlich mit ihm geführter Gespräche in den Mund gelegt hat, nicht als treue Zusammenfassung dessen betrachtet werden, was tatsächlich gesagt worden ist. Sie stellen nur eine persönliche und freie Interpretation des Gehörten dar, wie es angesichts des heute über die Gottheit Jesus Christi Geschriebenen völlig offensichtlich ist.“

Wie schon bei den früheren von Scalfari geführten „Interviews“ mit Franziskus rätselt man in Rom, über was und wie die beiden denn wirklich unter vier Augen gesprochen haben, so dass am Ende solche dem Glaubensbekenntnis völlig widersprechende Worte des Papstes veröffentlicht werden konnten.

DT/gho

 

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