Liturgie

Kardinal Sarah verteidigt Motu Proprio Traditionis Custodes

Die Alte Messe wird nicht abgeschafft, meint Kardinal Robert Sarah. Es gehe dem Papst vor allem um die Einheit. Missbrauch soll vermieden werden.
Kardinal Robert Sarah
Foto: Koichi Kamoshida (EPA) | Kardinal Robert Sarah hat in einem Interview mit Il Figaro erneut zum Motu Proprio Traditionis CustodesStellung bezogen.

Anlässlich der Veröffentlichung seines neuen Buches hat Kardinal Robert Sarah in einem Interview mit "Le Figaro" erneut zum Motu Proprio Traditionis Custodes Stellung bezogen. Dieses Schreiben steht besonders bei Anhängern der Alten Messe in der Kritik. Der ehemalige Präfekt der Kongregation für den Gottesdienst betonte, das Ziel von Papst Franziskus sei es „absolut nicht, die alte Liturgie abzuschaffen“. Er glaube, so Sarah, dass Papst Franziskus seine Absicht bei den Ad-limina-Besuchen der französischen und polnischen Bischöfe klar dargelegt habe. Dem Pontifex sei bewusst, ergänzt der Kardinal, dass vor allem viele junge Menschen und ihre Familien eng mit der überlieferten Liturgie verbunden seien. Dem Papst sei bewusst, dass es sich bei Freunden der heiligen Messe im alten Ritus, keineswegs um betagte Nostalgiker handele, die einer vergangenen Form hinterhertrauern.

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Flexibel anwenden

Wie der Papst seinen Text verstanden wissen will, erläuterte der Kardinal wörtlich so: „Der Papst hat darum gebeten, diesen Text mit Flexibilität und im väterlichen Sinn anzuwenden. Er weiß sehr wohl, dass das, was so vielen Generationen heilig war, nicht von einem Tag auf den anderen verachtet und verbannt werden kann“ Der Wunsch des Heiligen Vaters sei es daher fuhr der Kardinal wörtlich fort, „dass die heutige Liturgie sich mit dem Besten bereichert, was die alte Liturgie zu bieten hat.“ Auch die alte Liturgie solle dem Wunsch des Papstes gemäß im Geist des Zweiten Vatikanischen Konzils gefeiert werden. Sie zu einem „Vorwand für die Gegner des Konzils werden“ lassen, lehnt der Kardinal ab.

Liturgie ist immer heikel

Dass das Motu Proprio umstritten ist, führt der Kardinal auch darauf zurück, dass es immer heikel sei, die Liturgie zu berühren. Diese sei der Ausdruck unserer innigen Beziehung zu Gott in Lobpreis und Liebe, ergänzte Sarah. Gerade deshalb sei es essentiell, beide Riten würdig und aufeinander bezogen zu zelebrieren. Es sei darauf zu achten, dass jede Liturgie in Treue zu den nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil promulgierten liturgischen Büchern gefeiert wird, ohne Exzentrizitäten, die leicht in Missbrauch ausarteten. DT/ bst

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