Segnungen

Kardinal gegen Segnung von homosexuellen Paaren

Dokument soll von flämischen Bischöfen zurückgezogen werden. Kardinal Eijk appelliert an den Vatikan, die flämischen Bischöfe aufzufordern, ihr Dokument zur Segnung homosexueller Paare zurückzuziehen.
Kardinal Eijk
Foto: Maurizio Brambatti (ANSA) | Willem Kardinal Eijk verurteilt das Dokument der Bischöfe Flanderns mit dem Segensfeiern für homosexuelle Paare eingeführt werden sollen.

Kardinal Willem Eijk verurteilt das von den Bischöfen Flanderns im September herausgegebene Schreiben „Für eine einladende Kirche, die niemanden ausschließt“, mit dem Segensfeiern für homosexuelle Paare eingeführt werden sollen. Laut dem Catholic Herald, der sich auf einen auf dem katholischen Portal The New Daily Compass veröffentlichten Beitrag des Erzbischofs von Utrecht beruft, untergrabe das Dokument „die Lehre der Kirche über die Ehemoral und die Sexualethik“. Er appelliere daher an „kirchlich zuständige Kreise“, seinen Widerruf zu fordern. Das Papier umfasst Gebete und Schriftlesungen und empfiehlt Formulierungen für gleichgeschlechtliche Paare, die öffentlich und in einem kirchlichen Rahmen „vor Gott“ verkündet werden sollen, „wie sie sich gegenseitig einander verpflichten“.

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Ethische Einwände

Kardinal Eijk stellte die Frage: „Wenn homosexuelle Paare in monogamen, dauerhaften sexuellen Beziehungen einen Segen erhalten können – sollte dann nicht das Gleiche für die monogamen, dauerhaften sexuellen Beziehungen zwischen einem Mann und einer Frau gelten, die zusammenleben, ohne miteinander verheiratet zu sein?“ Die Erlaubnis zur Segnung homosexueller Paare „trägt das große Risiko, Segnungen zu entwerten und die Lehre der Kirche über die Ehemoral und die Sexualethik zu untergraben“. Denn „die Erklärung der flämischen Bischöfe, mit der sie die Segnung von gleichgeschlechtlichen Paaren zulassen und sogar eine liturgische Vorlage dafür bereitstellen, stößt auf inhärente ethische Einwände, widerspricht fundamental einer jüngsten Entscheidung der Kongregation für die Glaubenslehre, und ist mit dem Risiko behaftet, dass sie Katholiken zu Ansichten über die Moral von gleichgeschlechtlichen Beziehungen führen kann, die der Kirchenlehre widersprechen“.

Daher, so der Kardinal weiter, „hoffen Katholiken, die die Lehre der Kirche – einschließlich der Lehre über die Sexualmoral – anerkennen, inständig darauf, dass die flämischen Bischöfe baldigst von kirchlich zuständigen Kreisen aufgefordert werden, ihre Erklärung zurückzuziehen, und dass dem nachgefolgt wird“. 

Entscheidung aus Rom

Der Schritt der flämischen Bischöfe widerspreche, wie es im Catholic Herald heißt, dem Entscheid der vatikanischen Kongregation für die Glaubenslehre vom März 2021, dass die Segnung von gleichgeschlechtlichen Paaren unerlaubt sei. Doch Kardinal Jozef De Kesel – Erzbischof von Mecheln-Brüssel – und die anderen hinter dem Dokument stehenden Bischöfe, argumentierten, ihre Lehren stünden im Einklang mit „Amoris Laititia“, dem Nachsynodalen Apostolischen Schreiben von Papst Franziskus aus dem Jahr 2016. Kardinal Eijk hingegen, der laut dem Catholic Herald „als einer der Favoriten für die Nachfolge von Papst Franziskus gilt“, widerspreche ihrer Interpretation, denn die in Amoris Laetitia geforderte „Unterscheidung“ (AL 300) bedeute laut Eijk, „dass Menschen in einer irregulären Situation zur Einsicht dessen gebracht werden sollen, was die Wahrheit in Bezug auf ihre Beziehung ist. Kurz gesagt, dass sie erkennen, dass ihre Beziehung gegen Gottes Schöpfungsordnung und deshalb moralisch inakzeptabel ist“. 

Integration bedeute, so der Kardinal weiter, „Menschen in einer irregulären Beziehung – so weit wie möglich – einen Platz im Leben der Kirche zu geben. Natürlich sind Menschen, die in einer sexuellen Beziehung mit einer Person desselben Geschlechts sind, in kirchlichen Feiern willkommen, auch wenn sie nicht die Kommunion empfangen oder sich aktiv an der Feier beteiligen können“. Und weiter: „Sexuelle Beziehungen zwischen Personen desselben Geschlechts können an sich nicht zur Fortpflanzung führen.

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Sie können daher nicht ein authentischer Ausdruck auf der körperlichen Ebene der gänzlichen Selbsthingabe von Mann und Frau sein, was die Ehe essentiell ist“. Deswegen könnten „Situationen, die von einem moralischen Standpunkt aus objektiv falsch sind, nicht gesegnet werden. Gottes Gnade leuchtet nicht auf dem Pfad der Sünde. Man kann keine geistlichen Früchte durch das Segnen von Beziehungen hervorbringen, die gegen Gottes Schöpfungsordnung sind… Es ist moralisch nicht erlaubt, die homosexuelle Beziehung an sich zu segnen“.

Keinerlei Fundament

Im vergangenen Jahr hatte die Kongregation für die Glaubenslehre erklärt, dass „es „es keinerlei Fundament dafür [gibt], zwischen den homosexuellen Lebensgemeinschaften und dem Plan Gottes über Ehe und Familie Analogien herzustellen, auch nicht in einem weiteren Sinn“, und sie fügte hinzu, dass „die Segnung gleichgeschlechtlicher Verbindungen nicht als zulässig angesehen werden, weil sie in gewisser Weise eine Nachahmung oder einen analogen Hinweis auf den Brautsegen darstellen würde, der auf den Mann und die Frau herabgerufen wird, die sich im Sakrament der Ehe vereinigen“. DT/kks

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