Afrikanischer Kardinal

Bischöfe und Priester sollen die Lehre der Kirche vermitteln

In einem Brief an die belgischen Bischöfe erklärt der nigerianische Kurienkardinal Francis Arinze, es sei „ein Fehler“, Segnungen für homosexuelle Paare einzuführen.
Kardinal Francis Arinze
Foto: Imago Images | "Auch wenn es darum geht, homosexuellen Paaren seelsorgerlich zu helfen, ist dies ein Irrtum der Bischöfe", so der nigerianische Kardinal Arinze in seinem Brief.

Der nigerianische Kurienkardinal Francis Arinze, von 2002 bis 2008 Präfekt der vatikanischen Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, hat es als „einen Fehler“ bezeichnet, dass die katholischen Bischöfe in Belgien „Segnungszeremonien für gleichgeschlechtliche Paare“ einführten.

Die belgischen katholischen Bischöfe hatten vor gut einer Woche die Einführung von Segnungszeremonien für gleichgeschlechtliche Paare in ihren Diözesen angekündigt. Die Bischöfe von Flandern veröffentlichten außerdem eine Liturgie für die Feier homosexueller Partnerschaften für die flämischsprachigen Teile des zweisprachigen Landes.

Ein Irrtum der belgischen Bischöfe

Arinze sei als 89-Jähriger und nach seiner reichen Erfahrung im Vatikan „eine der maßgeblichsten Stimmen der katholischen Kirche in Afrika“, so die Online-Plattform „Inside the Vatican“, die den Brief des Kardinals vom 24. September dokumentiert.

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In dem Brief heißt es: „Auch wenn es darum geht, homosexuellen Paaren seelsorgerlich zu helfen, ist dies ein Irrtum der Bischöfe. Die Heilige Schrift stellt homosexuelle Handlungen als Akte schwerer Verderbtheit dar (vgl. Gen 19:1-29; Röm 1:24-27; 1 Kor 6:10; 1 Tim 1:10).“ Kardinal Arinze beruft sich ebenfalls auf den Katechismus der Katholischen Kirche Nr. 2357, laut dem die kirchliche Überlieferung stets erklärt habe, „dass die homosexuellen Handlungen in sich nicht in Ordnung sind.“

Menschen mit homosexuellen Neigungen – so der Kardinal weiter – seien zwar zu respektieren; sie dürfen nicht diskriminiert werden, aber „sie sind wie jeder Christ und eigentlich wie jeder Mensch zur Keuschheit aufgerufen“. Kardinal Arinze zitiert ebenfalls den Katechismus der Katholischen Kirche Nr. 2357: „Homosexuelle Menschen sind zur Keuschheit gerufen. Durch die Tugenden der Selbstbeherrschung, die zur inneren Freiheit erziehen, können und sollen sie sich – vielleicht auch mit Hilfe einer selbstlosen Freundschaft –‚ durch das Gebet und die sakramentale Gnade Schritt um Schritt, aber entschieden der christlichen Vollkommenheit annähern.“ 

Vatikan: Nicht die Befugnis, gleichgeschlechtliche Verbindungen zu segnen

Dies sei der Grund, warum die Kongregation für die Glaubenslehre am 2021 erklärt habe, dass die Kirche nicht die Befugnis habe, gleichgeschlechtlichen Verbindungen den Segen zu erteilen. In der besagten Erklärung der Glaubenskongregation, die als Antwort auf ein vorgelegtes „Dubium“ mit Zustimmung von Papst Franziskus herausgegeben wurde, heißt es, eine Segnung homosexueller Paare könne daher als „unerlaubt“ betrachtet werden. Die Erklärung der Glaubenskongregation unterscheidet zwischen Personen und Verbindungen: „einzelnen Personen mit homosexuellen Neigungen“ könne der Segen erteilt werden, wenn sie „den Willen bekunden, in Treue zu den geoffenbarten Plänen Gottes zu leben, wie sie von der Lehre der Kirche vorgeschlagen werden.“

„Das sollten die flämischen Bischöfe und eigentlich alle Bischöfe und Priester lehren“, so Francis Arinze am Schluss seines Briefes. Segnen sollten sie „richtig verheiratete Verbindungen von einem Mann und einer Frau“, nicht homosexuelle Paare, denn „Menschen haben keine Macht, die von Gott dem Schöpfer errichtete Ordnung zu ändern“. Der Kardinal weist darauf hin, dass Christus die Kirche zu allen Menschen gesandt habe, um sie zu lehren, „alles zu befolgen, was ich euch geboten habe“ (Mt 28,20). Dazu gehöre, Menschen zu Buße, Opferbereitschaft, Keuschheit und Vollkommenheit zu rufen.  DT/jg

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