Bagdad

Irak: Weihnachten unter „schmerzhaften Umständen“

In seiner Botschaft zum Fest ruft der chaldäische Patriarch Sako zum Verzicht auf „militärische Lösungen“ auf.
Chaldäische Patriarch Sako
Foto: Khider Abbas (EPA) | Das Land befinde sich in einer schwierigen Phase. Niemand wisse, wohin sich der Irak entwickle, mahnt Patriarch Sako in seiner Weihnachtsbotschaft.

Der chaldäische Patriarch Louis Raphael Sako hat in seiner Botschaft zum Weihnachtsfest vor militärischen Lösungen im Irak gewarnt. In diesem Jahr finde Weihnachten im Irak inmitten „schmerzhafter Umstände“ statt. Die vom Islamischen Staat verursachten Wunden seien noch nicht geheilt. In der Zwischenzeit hätten Gewalt, Armut und Arbeitslosigkeit „Tausende vor allem junge Menschen, dazu veranlasst, friedlich zu demonstrieren und das Recht einzufordern, in Würde und Freiheit in einer stabilen, sicheren, starken und unabhängigen Heimat zu leben“, so der Patriarch laut einer Mittelung des Missionsdienstes Fides vom Mittwoch.

In dieser Situation werde Jesus Christus unter uns geboren. „Wenn Liebe und Barmherzigkeit unser Herz erfüllen; wenn wir uns für Brüderlichkeit und Mitgefühl entscheiden und uns weigern, uns dem Bösen hinzugeben, dann werden wir die Freude des Friedens erfahren.“

„Hört auf die Stimme des Volkes in
diesem gesegneten Land Abrahams“
Patriarch Sako an die Politiker

Das Land befinde sich in einer schwierigen Phase, schreibt Sako. Die hohen Erwartungen, die mit dem Ende des Regimes von Saddam Husein verbunden gewesen seien, hätten sich nicht erfüllt. Stattdessen seien Angriffe, Konflikte und Massaker weiter gegangen. Sektierertum, Korruption, illegale Bereicherung und Ungerechtigkeit durch die unrechtmäßige Beschlagnahmung von öffentlichem und privatem Eigentum seien nicht beseitigt, betont Sako.

Lesen Sie auch:

Angesichts einer Situation, in der niemand wisse, wohin sich der Irak entwickele, ruft der Patriarch Politiker und Sicherheitskräfte dazu auf, „auf die Stimme ihres Volkes in diesem gesegneten Land Abrahams zu hören. Die Stimme derer, die getötet wurden und derjenigen, die immer noch unter Ungerechtigkeit, Elend und Demütigung leiden". Mit Nachdruck fordert der Patriarch, „militärische Lösungen zu vermeiden", um eine weitere Eskalation zu verhindern.

Weihnachtsbotschaft im täglichen Leben einlösen

Der Patriarch betonte, es gehe darum, die Weihnachtsbotschaft im täglichen Leben einzulösen. Sako rief die Christen des Landes dazu auf, ihre Verbundenheit mir allen Irakern - mit „Christen, Muslimen und allen anderen“ - zum Ausdruck zu bringen. Christen hätten geistlich, karitative und humanitärer Hilfe zu leisten und auf die Bedürfnisse anderer „nach dem Vorbild Jesu mit besonderer Sorgfalt zu reagieren“.

DT/mre

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen. Kostenlos erhalten Sie die aktuelle Ausgabe

Weitere Artikel
Themen & Autoren
Redaktion Christen Islam Islamischer Staat Jesus Christus Muslime Religiöse und spirituelle Oberhäupter Saddam Hussein Ungerechtigkeiten Völker der Erde Weihnachten Weihnachtsbotschaft

Kirche

Deutsche Bischofskonferenz gibt mit dem Katholischen Medienpreis 5000 Euro für Selbstdemontage der katholischen Kirche aus. Den Bischofsstab haben nun die Medien. Ein Kommentar. 
17.08.2022, 20 Uhr
Dorothea Schmidt
Sie hängen an Häusern in Nischen. Verkündigung als Teil der Architektur. Hausmadonnen weisen Passanten auf die Geheimnisse des Glaubens hin. 
17.08.2022, 09 Uhr
Thosten Paprotny