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Leo XIV. setzt Finanzreformen im Vatikan fort

Der Papst hebt die von Franziskus eingerichtete „Commissio de donationibus“ auf und stellt die Mittelbeschaffung des Heiligen Stuhls auf eine neue Grundlage.
Papst Leo räumt auf
Foto: Hans Mitterer via www.imago-images.de (www.imago-images.de) | Papst Leo räumt auf: Er löst die Kommission auf, die Franziskus zur Beschaffung von (Spenden-)Geldern gegründet hatte.

Der Vatikan hat am Donnerstag eine neue Entscheidung von Papst Leo XIV. bezüglich der Mittelbeschaffung des Heiligen Stuhls veröffentlicht und damit eine Reihe von Maßnahmen fortgesetzt, mit denen er Entscheidungen seines Vorgängers revidiert hat; unter anderem hat Leo der „Istituto per le Opere di Religione“ (IOR), der Vatikanbank, Einfluss innerhalb der römischen Kurie entzogen. Zudem hat er ein Dekret zur Überarbeitung der Finanz- und Verwaltungsvorschriften für die Basiliken Sankt Peter und Santa Maria Maggiore erlassen. Beide Institutionen stehen nun unter der ordentlichen Aufsicht des Wirtschaftsrats des Vatikans.

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In diesen Maßnahmenkatalog reiht sich nun eine weitere Neuerung ein: Wie das Portal „CNA spanisch“ am Donnerstag berichtete, hat Papst Leo per Chirograph, einem von ihm handschriftlich unterzeichneten Dokument, die „Commissio de donationibus“ aufgehoben. Seine Begründung: Die administrative Effizienz in der Wirtschaftsführung des Heiligen Stuhls solle gestärkt werden. Leo traf die Entscheidung auf Empfehlung des Wirtschaftsrats und nach Konsultation von Experten. Alle Vermögenswerte der Kommission sind dem Heiligen Stuhl zuzuführen, verfügte der Papst. Damit verlieren sämtliche bisherigen Vorschriften und Maßnahmen der Kommission „kanonische oder rechtliche Gültigkeit“.

Leo will besser geeignetes Modell für die Mittelbeschaffung 

Papst Franziskus hatte die Kommission im Februar 2025 zunächst für drei Jahre ad experimentum eingerichtet, um Gelder für den Heiligen Stuhl zu beschaffen. Mit Leos Entscheidung wird dieses Projekt nun beendet. Er ordnete an, eine neue Arbeitsgruppe einzurichten, die ein neues und besser geeignetes Modell für die Mittelbeschaffung ausarbeiten soll. Der Wirtschaftsrat schlägt die Mitglieder der Arbeitsgruppe vor.

Die Vermögensverwaltung des Apostolischen Stuhls hat die Auflösung der Kommission laut Bericht bereits vollzogen. Das Wirtschaftssekretariat wurde beauftragt, alle offenen Fragen zu klären und den Wirtschaftsrat über sämtliche diesbezüglichen Schritte zu unterrichten. Laut „CNA spanisch" hatte der Papst betont, dass die Wirtschafts- und Finanzreform des Heiligen Stuhls eine „regelmäßige Neubewertung und Neudefinition” des Rechtsrahmens erfordere. DT/dsc

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