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Der einsame Arbeiter für Frieden

Papst Franziskus fehlen politische Mitstreiter in Europa. Ein Kommentar.
Papst Franziskus fehlen politische Mitstreiter in Europa.
Foto: Gregorio Borgia (AP)

Als Papst Franziskus vor gut sechs Jahren in Sarajevo mit drastischen Worten vor einer „Art Dritten Weltkrieg in Stücken“ warnte, fielen die Reaktionen eher skeptisch aus. Manchen schien es, als habe der Papst übertrieben, als er das „Klima des Krieges“ beklagte, das weltweit geschürt werde. Nicht zuletzt die Europäer fremdelten mit der Analyse des Papstes. Der Papst hält sich mit bemerkenswerter Konsequenz an seine Maxime, als „Arbeiter des Friedens“ in der Nachfolge Petri zu den Menschen zu gehen.

Franziskus steht in der Tradition seiner Vorgänger

Auch wenn seine Kritiker in seinem Pontifikat eine allzu horizontale Ausrichtung zu erkennen meinen, folgt sein Engagement für Flüchtlinge und Armen durchaus einer Logik. Denn die jüngsten Warnungen amerikanischen Diplomaten vor einer Invasion Moskaus in der Ukraine zeigen anschaulich, dass Europa auch nach der Annexion der Krim das Bild eines schlafenden Kontinents abgibt. Die Rolle des Wachpostens ist den Amerikanern überlassen – und Papst Franziskus. Letzterer steht dabei ganz in der Tradition seiner Vorgänger.

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Schon Johannes Paul II. sah sich 1991 in der Rolle des einsamen Rufers, als er die USA vor der „Operation Wüstensturm“ warnte. Die Destabilisierung des Nahen Ostens hat gezeigt, wie begründet die strikte Ablehnung des Papstes war. Nach dem Pontifikat des unermüdlichen Pontifex lässt sich schwerlich sagen, welche diplomatische Karte der Vatikan angesichts akuter militärischer Gefahren eigentlich noch ziehen kann.  Die erfolglosen Vermittlungsversuche des Heiligen Stuhls im Nahostkonflikt dürften auch das Friedensengagement von Papst Franziskus beeinflussen. Bei aller Redlichkeit fehlen ihm in Europa politische Mitstreiter. Die europäischen Regierungen haben sich als unsichere Kantonisten erwiesen, die keine langfristige Friedensstrategie mittragen. Darin zeigt sich eine gewisse Tragik dieses Pontifikates.

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