Charkiw

Bischof von Charkiw: „Solange Gläubige in der Stadt sind, werde ich bei ihnen sein“

Der Bischof der Ostukrainischen Metropole meldete sich mit einer Videobotschaft bei Kirche in Not. 
Pavlo Honcharuk
Foto: Wikimedia (CC-BY-SA-4.0) | Der Bischof von Charkiw hat in einer Videobotschaft an Kirche in Not von der Situation in der Ostukraine berichtet.

Der Bischof von Charkiw, Pavlo Honcharuk, äußerte sich im Gespräch mit dem kirchlichen Hilfswerk Kirche in Not zur Situation in seiner Diözese. „Schock und Schmerz“: Mit diesen beiden Worten fasst Bischof die aktuelle Situation in der ostukrainischen Metropole zusammen. Zehn Wochen nach Beginn der russischen Invasion in der Ukraine konzentrierten sich die Angriffe zunehmend auf den Osten und Süden des Landes. Die Situation in der ostukrainischen Metropole Charkiw, der zweitgrößten Stadt des Landes, werde immer dramatischer, berichtet Kirche in Not auf seiner Internetseite.

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Schäden besichtigt

Nach dem Beschuss eines Wohnviertels habe Bischof Honcharuk die Schäden besichtigt. Er erklärte – mit Helm und kugelsicherer Weste über seiner Soutane – in einer Videobotschaft an KIRCHE IN NOT: „Die Siedlung hier war einst eines der bevölkerungsreichsten Viertel von Charkiw. Jetzt ist hier alles zerstört. Die Menschen haben sich in dunklen, feuchten Kellern verschanzt.“ Während im Hintergrund Explosionsgeräusche zu hören sind, sagt der Bischof: „Wir beten zu Gott, dass er uns beschützt und dass alles ein Ende findet. Es wird geschossen; wir hören die ganze Zeit Explosionen. Dies ist die derzeitige Situation.“ Mit Traurigkeit und Sarkasmus schließt stellt der Bischof fest: „Und sie [die russischen Militärs; Anm. d. Kirche in Not] sagen, dass sie nur auf die militärische Infrastruktur abzielen.“

Bleibe in der Stadt

Dennoch gibt sich der Bischof mutig und zeigt sich fest entschlossen durchzuhalten. Es sei gelungen, viele Frauen und Kinder außerhalb von Charkiw unterzubringen, beschreibt der Bischof die aktuelle Lage. Die Männer seien zurückgekehrt, um ihre Heimatstadt zu verteidigen. Er selbst denke nicht daran, die Stadt zu verlassen: „Solange noch Gläubige in der Stadt sind, werde ich bei ihnen sein. Gott und mein Glaube werden mir die Kraft dazu geben. Wir Priester sind nicht bewaffnet. Wir sind Kirchenleute. Unsere Waffen sind das Wort Gottes und das Gebet“, betonte der Bischof gegenüber dem kirchlichen Hilfswerk. DT/pwi

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