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Rom: Die Sorge um den Papst wächst

Franziskus leidet und die Diakone feiern das Heilige Jahr ohne ihn. Spekulationen über Rücktritt machen die Runde, doch ein Kardinal widerspricht.
Nonnen beten vor dem Gemelli-Krankenhaus, in dem der Papst liegt
Foto: IMAGO/Giuseppe Lami (www.imago-images.de) | Nun wird wieder die Erinnerung an den kranken Johannes Paul II. wach - jedenfalls bei Gerhard Kardinal Müller. Außerhalb des Gemelli-Krankenhauses beten Ordensschwestern für den kranken Franziskus an einer Statue ...

 In Italien und im Vatikan wächst die Sorge um den Papst. Am Montagmorgen gab es nur eine kurze Mitteilung des vatikanischen Presseamts: „Die Nacht ist ruhig verlaufen. Papst hat geschlafen und ist dabei, sich auszuruhen.“ Mit einem ausführlicheren Bulletin des Vatikans zum gesundheitlichen Befinden von Franziskus wird für heute Abend gerechnet. Offensichtlich ist sein körperlicher Zustand unverändert.

Es war nicht überraschend gekommen, dass Franziskus am vergangenen Samstag eine Bluttransfusion und wegen einer längeren asthmatischen Atemnot Sauerstoff erhalten hatte. Der Papst habe in einem Stuhl sitzen könne, aber mehr gelitten als an den Tagen zuvor, teilte das vatikanische Presseamt Wochenende mit. Bereits am Freitag hatte der behandelnde Arzt der römischen Gemelli-Klinik vor Journalisten gesagt, der Papst sei nicht außer Gefahr und brauche weiterhin absolute Ruhe. Wenn die Bakterien in der Lunge über den Blutkreislauf die Organe befallen würden, könnte dies zu einer Sepsis und zu einem Organversagen führen. Am Sonntagfrüh hatte es aus dem Vatikan geheißen, Franziskus habe eine ruhige Nacht verbracht. Hinweise darauf, dass er im Sitzen gefrühstückt habe und auch ein wenig gearbeitet habe, fehlten zum ersten Mal.

Alles spricht von Rücktritt, Kardinal Müller hält dagegen

Die Verschlechterung des Zustands des Papstes fand am Sonntag auf den Titelseiten der Zeitungen des Landes durchweg eine große Aufmachung. Merkwürdig ist, dass in den italienischen Medien nur über den Rücktritt spekuliert wird, nicht aber darüber, dass ein Papst auch im Amt sterben könne. Seit dem Rücktritt von Benedikt XVI. scheint das keine Alternative mehr zu sein. Dagegen hat sich Kardinal Gerhard Müller ausgesprochen.

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Der römischen Tageszeitung „Il Messaggero“ erklärte er an diesem Sonntag, eine Demission sei für einen Papst keine Option. „Vom Kreuz steigt man nicht herab“, zitierte Müller den früheren Sekretär von Papst Johannes Paul II., Kardinal Stanislaw Dziwisz. Auch der Apostel Petrus, dessen Nachfolger jeder Papst sei, sei als Märtyrer gestorben sei. „Für die Päpste dürfen nicht dieselben Kriterien gelten, wie für politische oder militärische Führer, die an einem bestimmten Punkt in Pension gehen“, meinte der deutsche Kardinal weiter. Den Rücktritt von Papst Benedikt XVI. im Jahr 2013 habe er daher nie verstanden. „Einem Papst-Rücktritt wegen Erschöpfung stehe ich skeptisch gegenüber“, fügte Müller hinzu, das verletze das Prinzip der sichtbaren Einheit der Kirche, „das in der Figur des Papstes verkörpert wird. Und deshalb darf sein Rücktritt nicht etwas Normales werden“.

Der Papst denkt an die Ukraine

So fand auch die Heilig-Jahr-Feier der Diakone an diesem Sonntag ohne den Papst statt. Erzbischof Rino Fisichella verlas eine Predigt des Papstes. 50.000 Diakone gibt es in der Weltkirche, 7.000 waren nach Rom gekommen. Die Worte von Franziskus zum Gebet des Angelus auf dem Petersplatz wurden schriftlich verbreitet. In dem Text heißt es: „Ich setze zuversichtlich meinen Aufenthalt in der Gemelli-Klinik fort; und Ausruhen ist auch Teil der Therapie!“ „Aufrichtig danken“ wolle er den Ärzten und dem medizinischen Personal dieses Krankenhauses für die mir gewidmete Aufmerksamkeit und für die Hingabe, mit der sie ihren Dienst unter den Kranken verrichten.“

Zum Schicksal der Ukraine fügte Franziskus an: „Morgen jährt sich zum dritten Mal der massive Krieg gegen die Ukraine: ein Anlass für Schmerz und Scham für die gesamte Menschheit. Ich wiederhole meine Nähe zum gepeinigten ukrainischen Volk und lade euch ein, an die Opfer aller bewaffneten Konflikte zu denken.“ (DT/gho)

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