Papst Franziskus hat die tiefgreifende Bedeutung des Chorgesangs, der kirchlichen Gesänge und der Stille im Rahmen der Liturgie betont. Wie „Vatican News“ berichtet, betont das Schreiben auch die Notwendigkeit des gemeinschaftlichen kontemplativen Gebetes, das von Individualismus und Spaltung befreit sei.
Im Zentrum der Papstbotschaft steht die „Choralität“, also das gemeinschaftliche Erlebnis des Gebets, das durch den Chorgesang hervorkomme. Franziskus wolle daher alle christlichen Gemeinschaften ermutigen, den Chorgesang und das gemeinsame Stundengebet verstärkt zu pflegen. Dies könne die Einheit und Gemeinschaft in der Liturgie und im Leben des Einzelnen fördern.
Gegen Hektik, Lärm und Geschwätz des Alltags
Darüber hinaus betonte Papst Franziskus auch die Notwendigkeit der Stille in der Liturgie. Diese „heilige“ Geste der Stille könne Raum für einen kontemplativen Blick verleihen und gegen Hektik, Lärm und Geschwätz des Alltags das Gebet des Herzens vertiefen. So könne das innere Leben der Gläubigen gestärkt werden und die Konzentration auf Wesentliche gerichtet werden.
Zuletzt forderte der Papst auch eine Förderung des liturgischen Dienstes und der verbundenen Ämter. Durch ihren Dienst könnten sie die aktive Teilnahme der Gemeinde verstärken und so Mitverantwortung an der kirchlichen Mission übernehmen. Das spiegele den synodalen Charakter der Kirche wieder, der gerade auf dieser gemeinschaftlichen Teilhabe basiere.
Die vom vatikanischen Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin unterzeichnete Botschaft ist anlässlich der 74. Nationalen Liturgischen Woche in Italien an den Präsidenten des Liturgischen Aktionszentrums, Erzbischof Claudio Maniago, gerichtet.
Die Liturgische Woche, von der Erzdiözese Modena-Nonantola ausgerichtet, ist dieses Jahr besonders der „ars celebrandi“ gewidmet, der „Kunst der Feier“, die in der Liturgie „das wahre Gebet der Kirche“ zum Ausdruck bringt.
Internationales Chorfestival der „Pueri Cantores“ in München geplant
Bereits um den Jahreswechsel hatte der Papst rund 3.000 Kinder und Jugendliche aus verschiedensten Kirchenchören des Verbandes „Pueri Cantores“ im Vatikan empfangen. Dabei hatte er ihnen erklärt: „Singen ist eine Freude, besonders wenn es im Chor geschieht. Und die Freude an eurem Gesang ist ein Geschenk“, so die Angaben von „Vatican News“.
Im kommenden Jahr plant der Chorverband „Pueri Cantores“ ein internationales Chorfestival in München, bei dem etwa 4000 Jugendliche von 120 Chören aus bis zu 40 Ländern erwartet werden. Unter dem Motto „Cantate Domino – vielstimmig für den Frieden“ soll die Veranstaltung im Lob Gottes, durch Begegnung in Freundschaft und Einsatz für den Frieden die drei Säulen des Verbandes betonen, so die Website des Verbandes. DT/jmo
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