Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Liturgie

Papst Franziskus: Chorgesang und Stille in der Liturgie fördern

Durch Gesang und Stille können die gemeinschaftlichen und kontemplativen Elemente der Liturgie wieder gestärkt werden, schreibt der Papst an die „Liturgische Woche“.
Papst Franziskus hat die tiefgreifende Bedeutung des Chorgesangs betont
Foto: IMAGO/ALESSIA GIULIANI (www.imago-images.de)

Papst Franziskus hat die tiefgreifende Bedeutung des Chorgesangs, der kirchlichen Gesänge und der Stille im Rahmen der Liturgie betont. Wie „Vatican News“ berichtet, betont das Schreiben auch die Notwendigkeit des gemeinschaftlichen kontemplativen Gebetes, das von Individualismus und Spaltung befreit sei.

Lesen Sie auch:

Im Zentrum der Papstbotschaft steht die „Choralität“, also das gemeinschaftliche Erlebnis des Gebets, das durch den Chorgesang hervorkomme. Franziskus wolle daher alle christlichen Gemeinschaften ermutigen, den Chorgesang und das gemeinsame Stundengebet verstärkt zu pflegen. Dies könne die Einheit und Gemeinschaft in der Liturgie und im Leben des Einzelnen fördern.

Gegen Hektik, Lärm und Geschwätz des Alltags 

Darüber hinaus betonte Papst Franziskus auch die Notwendigkeit der Stille in der Liturgie. Diese „heilige“ Geste der Stille könne Raum für einen kontemplativen Blick verleihen und gegen Hektik, Lärm und Geschwätz des Alltags das Gebet des Herzens vertiefen. So könne das innere Leben der Gläubigen gestärkt werden und die Konzentration auf Wesentliche gerichtet werden.

Zuletzt forderte der Papst auch eine Förderung des liturgischen Dienstes und der verbundenen Ämter. Durch ihren Dienst könnten sie die aktive Teilnahme der Gemeinde verstärken und so Mitverantwortung an der kirchlichen Mission übernehmen. Das spiegele den synodalen Charakter der Kirche wieder, der gerade auf dieser gemeinschaftlichen Teilhabe basiere. 

Die vom vatikanischen Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin unterzeichnete Botschaft ist anlässlich der 74. Nationalen Liturgischen Woche in Italien an den Präsidenten des Liturgischen Aktionszentrums, Erzbischof Claudio Maniago, gerichtet.

Die Liturgische Woche, von der Erzdiözese Modena-Nonantola ausgerichtet, ist dieses Jahr besonders der „ars celebrandi“ gewidmet, der „Kunst der Feier“, die in der Liturgie „das wahre Gebet der Kirche“ zum Ausdruck bringt.

Internationales Chorfestival der „Pueri Cantores“ in München geplant

Bereits um den Jahreswechsel hatte der Papst rund 3.000 Kinder und Jugendliche aus verschiedensten Kirchenchören des Verbandes „Pueri Cantores“ im Vatikan empfangen. Dabei hatte er ihnen erklärt: „Singen ist eine Freude, besonders wenn es im Chor geschieht. Und die Freude an eurem Gesang ist ein Geschenk“, so die Angaben von „Vatican News“.

Im kommenden Jahr plant der Chorverband „Pueri Cantores“ ein internationales Chorfestival in München, bei dem etwa 4000 Jugendliche von 120 Chören aus bis zu 40 Ländern erwartet werden. Unter dem Motto „Cantate Domino – vielstimmig für den Frieden“ soll die Veranstaltung im Lob Gottes, durch Begegnung in Freundschaft und Einsatz für den Frieden die drei Säulen des Verbandes betonen, so die Website des Verbandes. DT/jmo

Katholischen Journalismus stärken

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Stärken Sie katholischen Journalismus!

Unterstützen Sie die Tagespost Stiftung mit Ihrer Spende.
Spenden Sie direkt. Einfach den Spendenbutton anklicken und Ihre Spendenoption auswählen:

Die Tagespost Stiftung-  Spenden

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Meldung Erzbischöfe Erzdiözese Liturgie Papst Franziskus Päpste

Weitere Artikel

Kirche

Positionspapier zur Rettung der Kirchenmusik, das es in sich hat: Der Deutsche Musikrat beschämt die Kirche mit Kritik an ihrem Musikleben. Zwischenruf einer Kirchenmusikerin.
23.01.2026, 16 Uhr
Barbara Stühlmeyer
Von Favoriten bis Kompromisskandidaten für den Posten des Vorsitzenden der deutschen Bischöfe: Ein Überblick über Chancen und Profile.
22.01.2026, 16 Uhr
Dorothea Schmidt
Der Journalist Franz Herre schrieb große Biografien. Einen besonderen Blick warf er auf Konrad Adenauer. Mit fast 100 Jahren ist der Katholik nun gestorben.
23.01.2026, 11 Uhr
Sebastian Sasse
Bei einer Grönland-Invasion wäre es „moralisch akzeptabel, diesen Befehl zu verweigern“, meint der ehemalige Vorsitzende der US-Bischofskonferenz. Sein Nachfolger hält sich noch bedeckt.
21.01.2026, 10 Uhr
Meldung