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Gänswein: „Ich bin versöhnt“

Nach dem „schwierigsten Jahr“ seines Lebens schaut der ehemalige Benedikt-Privatsekretär und designierte Nuntius im Baltikum wieder nach vorne.
Franziskus, Gänswein
Foto: IMAGO/Vatican Mediai/cpp / ipa-agency. (www.imago-images.de) | Spannungen sind Schnee von gestern: Papst Franziskus und Erzbischof Georg Gänswein.

Nach seiner Ernennung zum Papst-Nuntius für das Baltikum und dem Ende seines Aufenthalts im Erzbistum Freiburg geht es Erzbischof Georg Gänswein nun besser. Dies geht aus einem Interview der „Bild“-Zeitung mit dem früheren Privatsekretär von Papst Benedikt XVI. hervor. „Hinter mir liegt das schwierigste Jahr meines Lebens. Aber ich bin versöhnt“, so Gänswein gegenüber der „Bild“.

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Die bitterste Erfahrung für ihn sei gewesen, keine Aufgabe mehr zu haben. „Mit der Perspektive der neuen Herausforderung lebt es sich viel leichter. Ich bin dabei, litauisch zu lernen, denn der Dienst des Nuntius ist auch und gerade eine eminent pastorale Aufgabe. Er sorgt sich wie ein Hirte um seine Herde“, sagte Gänswein.

Zeit, damit Wunden heilen

„Mein neues Amt ist eine schöne Herausforderung, mit der ich nach dem letzten Jahr tatsächlich nicht gerechnet habe. Als dann die Ernennung durch den Heiligen Vater kam, habe ich mich gefreut.“ Die Enttäuschung bei ihm sei groß gewesen, so Gänswein über seine unklare Situation infolge des Todes Benedikts. „Aber es war die Entscheidung des Papstes, und alleine die zählt.“ Er habe bei seiner Weihe dem damaligen Papst Ehrfurcht und Gehorsam versprochen, und dieses Versprechen gelte auch gegenüber allen Nachfolgern. Also habe er es gehalten. „Ob ich das gerne tat, steht auf einem anderen Blatt.“

Es brauche „einfach seine Zeit, damit schmerzende Wunden verheilen konnten.“ Auch er selbst, so Gänswein, habe „Fehler gemacht, auch in der Zusammenarbeit mit Papst Franziskus“. Aber Gerüchte über Spannungen zwischen ihm und Papst Franziskus seien „Schnee von gestern“, das Verhältnis „entspannt und gesund“. Nun halte er es wie der Apostel Paulus: „Ich vergesse, was hinter mir liegt, und strecke mich nach dem, was vor mir liegt.“

Geholfen habe ihm in den vergangenen Monaten sein Vertrauen auf die Vorsehung. Auch habe er „zu Papst Benedikt gebetet“ und sei „felsenfest überzeugt“, dass dessen Fürbitte ihm geholfen habe. Nach dem Tod Benedikts Ende 2022 und der prompten Veröffentlichung seines Erinnerungsbuches „Nichts als die Wahrheit – Mein Leben mit Benedikt XVI.“, das für einigen medialen Aufruhr gesorgt hatte, war Gänswein von Papst Franziskus zunächst nicht mit einer neuen Aufgabe betraut, und im Sommer 2023 in seine Heimatdiözese Freiburg zurückgeschickt worden. Im Juni 2024 ernannte Franziskus Gänswein dann zum päpstlichen Nuntius im Baltikum. DT/mih

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