Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Zum ersten Todesjahr Benedikts XVI.

Gänswein: „Am Ende hat immer die Freude überwogen“

Im Interview mit der „Tagespost“ blickt Erzbischof Georg Gänswein auf das erste Todesjahr Benedikts XVI. zurück. 
Erzbischof Georg Gänswein blickt mit Wehmut, aber auch mit Dankbarkeit auf das erste Todesjahr von Papst Benedikt XVI. zurück.
Foto: Patrick Seeger (dpa) | Erzbischof Georg Gänswein blickt mit Wehmut, aber auch mit Dankbarkeit auf das erste Todesjahr von Papst Benedikt XVI. zurück.

„Die gesammelt-dichte Atmosphäre, die Präsenz des Papstes, der immer schwächer wurde, all das hat sich tief eingegraben in mein Inneres“, so Erzbischof Georg Gänswein im Gespräch mit dem ehemaligen Chefredakteur der „Tagespost“, Markus Reder Der frühere Privatsekretär des im letzten Winter verstorbenen Papstes Benedikt XVI. blickt im Interview auf das letzte Jahr zurück. „Die Erinnerung an den Todestag weckt in mir Trauer, Schmerz und Wehmut“, so Gänswein. Menschlich leide er auch jetzt noch darunter, dass Benedikt nicht mehr da sei. „Mein geistliches Leben hat die schmerzvollen Tage der Trauer aufgefangen“, betont der Erzbischof. 

Lesen Sie auch:

Treue, Zuversicht, Gottvertrauen

Zugleich empfinde er eine große Dankbarkeit, für die Jahre, die er an der Seite Benedikts verbracht hat. „Besonders dankbar bin ich für die Erfahrung, auch bei großen Schwierigkeiten den Bettel nicht hinzuschmeißen, sondern in Treue, froher Zuversicht und festem Gottvertrauen auszuharren und durchzuhalten.“ Am Ende habe immer die Freude überwogen.

Seit dem vergangenen Jahr sei das Weihnachtsfest für ihn untrennbar mit dem Tod Benedikts verknüpft. „Am Karsamstag geboren, am Oktavtag von Weihnachten gestorben: Darin ist eine Fügung zu erkennen“, so Gänswein. „Die Geburt, das Leiden, der Tod und die Auferstehung des Herren spiegeln sich in den Lebensdaten Joseph Ratzingers.“

Laut Gänswein habe sich Benedikt seit seinem Verzicht auf das Petrusamt auf das Sterben vorbereitet. Dabei sei es weniger um besondere Aktivitäten gegangen. „Seine Vorbereitung auf den Tod bestand vor allem darin, dass er das Tageswerk bewusster getan und die ihm noch bleibende Lebenszeit intensiver der Führung Gottes anvertraut hat“, so Gänswein. Benedikt habe laut dem Erzbischof in Gott, für Gott und für Christus gelebt. „In dieser inneren Haltung ist er auch gestorben.“ DT/sdu 

Wie Erzbischof Gänswein sich den Himmel vorstellt und was für ihn das Testament Benedikts XVI. ausmacht, lesen Sie in der Weihnachtsausgabe der „Tagespost“. 

Themen & Autoren
Vorabmeldung Georg Gänswein Jesus Christus Päpste Trauer

Weitere Artikel

Papst Leo hat das Personenkarussell kräftig angeschoben. Da reicht auch ein ligurisches Mahl kaum aus, um sich über die Neuigkeiten auszutauschen.
12.04.2026, 07 Uhr
Mario Monte
Die privaten Predigten Papst Benedikts erhellen Passion und Auferstehung Christi.
05.04.2026, 15 Uhr
Michael Karger
Genug mit den Türchen, heute ist Weihnachten. Vor zwanzig Jahren dachte Papst Benedikt XVI. über die Hirten nach.
25.12.2025, 00 Uhr
Redaktion

Kirche

Was bewegt Kirche und Welt? Die Redakteure der Tagespost diskutieren in ihrer neuen Podcast-Reihe einmal monatlich über die wichtigsten aktuellen Themen.
13.05.2026, 17 Uhr
Meldung
Der Vatikan stellt klar: Wie 1988 wären unerlaubte Bischofsweihen ein „schismatischer Akt“. Papst Leo bete um die Erleuchtung der Verantwortlichen.
13.05.2026, 15 Uhr
Meldung
Die Gruppe Courage will Homosexuelle zu einem lehramtskonformen Lebensstil ermutigen. Ein Papier aus dem Synodensekretariat rückt das Netzwerk auf durchsichtige Weise in negatives Licht.
13.05.2026, 11 Uhr
Regina Einig
Wenn zwei streitbare katholische Intellektuelle aufeinandertreffen: Ostritsch und Striet diskutieren über Kant, Kirche und Freiheit
13.05.2026, 08 Uhr
Meldung