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Warum die frühen Christen Vorbilder sind

Der siebte Ostersonntag rückt in den Mittelpunkt, was christliches Leben benötigt: Gebet, Glaubenszeugnis und die Bereitschaft, Christus auch in Bedrängnis treu zu bleiben.
Der Evangelist Lukas
Foto: imago stock&people | Für Lukas ist das Gebet zentral für das Gemeindeleben und das geistliche Leben des Einzelnen. Lukas ist der Evangelist des Gebetes. Er ermutigt und ermahnt mehrfach zu eifrigem Gebet.

Nach alter kirchlicher Überlieferung bilden drei Grundvollzüge das Wesen der Kirche. Es sind in griechischen Begriffen, also in der Sprache der frühen Kirche, die Leiturgia, also der Gottesdienst und das Gebet, die Martyria, also das Zeugnisablegen für Christus einschließlich der Verkündigung des Glaubens, und die Diakonia, also die Praxis der christlichen Nächstenliebe und der sozialen Fürsorge.

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Die Diakonia ist als kirchlicher Grundvollzug gesellschaftlich anerkannt. Dass die Kirche soziale Einrichtungen unterhält und sich um Hilfsbedürftige kümmert, trägt wesentlich zu ihrem positiven Image bei. Vergessen wird aber leicht, dass die Nächstenliebe ihre Grundlage im Gebet (Leiturgia) und im Glaubenszeugnis (Martyria) hat. Es ist deshalb eine glückliche Fügung, dass die biblischen Lesungen dieses Sonntags diese vielfach als weniger bedeutsam angesehenen Grundvollzüge neu ins Bewusstsein rücken.

Die Lesung aus der Apostelgeschichte des Lukas zeigt uns die Urgemeinde als Gebetsgemeinschaft, also bei der praktizierten Leiturgia. Nach der Himmelfahrt Jesu kommen die Apostel mit Maria, weiteren Verwandten Jesu („Brüder“) und „den anderen Frauen“ aus der Jüngerschaft Jesu zum Gebet zusammen (Apg 1, 14).

Leiden um Christi willen

Für Lukas ist das Gebet zentral für das Gemeindeleben und auch für das geistliche Leben des Einzelnen. Lukas ist der Evangelist des Gebetes. Er ermutigt und ermahnt mehrfach zu eifrigem Gebet (beispielsweise Lk 18, 1). Die Gebetsgemeinschaft der Apostel mit Maria und den anderen ist für ihn also vorbildlich.

Die Lesung aus dem ersten Petrusbrief macht einer durch Anfeindungen bedrängten Gemeinde Mut. Ihr Leiden um Christi willen beweist, dass sie auf dem richtigen Weg ist. Sie leidet nicht wegen böser Taten (1 Petr 4, 15: Mord, Diebstahl etcetera), sondern weil sie Christus nachfolgt, der auch gelitten hat. Das Martyrium dieser Christen ist sogar ein Beweis dafür, dass Gottes Geist auf ihnen ruht (1 Petr 4, 14). Am Ende der Lesung heißt es, dass man Gott im Leiden „verherrlicht“ (1 Petr 4, 16).

Damit ist ein Stichwort gegeben, das das Evangelium dieses Sonntags bestimmt. Vor seinem Leiden bittet Jesus den Vater, er möge ihn im Leiden und im Sterben „verherrlichen“ (Joh 17, 1). Dies bedeutet, dass sich in der Erniedrigung Jesu am Kreuz Gott vor aller Welt als mächtig erweist, insofern er im Tod Jesu die Menschen erlöst und in der Auferstehung Jesu seine Macht über den Tod demonstriert. Die biblischen Texte dieses Sonntags ermutigen uns, uns Zeit für das Gebet zu nehmen – das gemeinschaftliche und das private. Außerdem weisen sie uns auf die Notwendigkeit des mutigen Zeugnisses für Christus hin, durch das auch wir wie die frühen Christen Christus in der Welt „verherrlichen“.

Apostelgeschichte 1, 12–14
1 Petrus 4, 13–16
Johannes 17, 1–11a
Zu den Lesungen des 7. Sonntags
der Osterzeit 2026 (Lesejahr A)

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Lothar Wehr Apostelgeschichte Bibel Christen Jesus Christus

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