Der Herr fügte täglich ihrer Gemeinschaft die hinzu, die gerettet werden sollten.“ Die Lesung aus der Apostelgeschichte beschreibt, wie sich die frühe Kirche ausbreitet. Der Glaube an Christus, den Auferstandenen, wird voller Mut verkündet, allen Widerständen der Mächtigen zum Trotz, es geschehen Wunder, es wird intensiv gebetet und die Kirche als geschwisterliche Gemeinschaft zieht viele Menschen an. Diese Situation ist beinahe das Gegenteil von der gegenwärtigen Lage der Kirche im deutschen Sprachraum. Wenn wir sie gläubig bedenken, wird das österliche Wachstum freilich auch unsere Gegenwart erreichen.
Der Ausgangspunkt des Wachstums sind die Erscheinungen des auferstandenen Jesus, der sich auch dem zweifelnden Thomas zuwendet. Thomas darf dem mit seinem verklärten Leib wahrhaft gegenwärtigen Herrn begegnen und ruft aus: „Mein Herr und mein Gott!“ Wenn wir die Gegenwart Jesu im Altarsakrament ernst nehmen, dann stimmen wir ein in das Glaubensbekenntnis des Thomas. Vielleicht erinnern wir uns dabei an den Empfang der ersten heiligen Kommunion am „Weißen Sonntag“. Thomas ist der Überlieferung gemäß bis nach Indien gelangt, um den Glauben auch denen zu bringen, die ganz fern sind.
Das Evangelium führt auch zur Begegnung mit dem auferstandenen Herrn im Sakrament der Versöhnung. Der Herr beauftragt die Apostel, in der Kraft des Heiligen Geistes Sünden zu vergeben. Wer sich im Bußsakrament von der göttlichen Barmherzigkeit beschenken lässt, bringt die Kirche in sich selbst sozusagen auf Hochglanz und ermöglicht ein wirkungsvolles Wachstum der Gemeinschaft des Glaubens.
Der Glaube ist kostbarer als unser Wohlstand
Der Apostel Petrus betont in seinem Schreiben aus Rom weitere Elemente, die zum Wachstum der Kirche führen. Angedeutet wird die Taufe, durch die wir kraft des großen Erbarmens Gottes „neu geboren“ sind. Dieses neue Leben ist unvergänglich, wenn wir es nicht von uns aus zurückweisen. Denn, wie der Apostel schreibt, wird in der Taufe nicht der Schmutz vom Leib abgewaschen, sondern die Gläubigen bitten Gott um ein gutes Gewissen, „durch die Auferstehung Jesu Christi“, der zur Rechten Gottes sitzt, in den Himmel aufgefahren ist und dem die Engel und die Mächte untertan sind.
Angesichts der gegenwärtigen Kriege wächst bei uns die Sorge um die Bewahrung des Wohlstandes. Gerade inmitten dieser Krise dürfen wir den Hinweis des heiligen Petrus schätzen, dass der Glaube kostbarer ist als Gold und alle Krisen der Geschichte überstehen wird. Deshalb jubeln die Christen „in unsagbarer, von himmlischer Herrlichkeit verklärter Freude“. Und auch in Rom wuchs die Zahl der Christen, trotz der Verfolgungen. Hoffen und beten wir, dass sich dieses Wachstum auch bei uns vollzieht.
Apostelgeschichte 2, 42–47
1 Petrus 1, 3–9
Johannes 20, 19–31
Zu den Lesungen des Weißen Sonntags 2026 (Lesejahr A)
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