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Zwei Heilige, eine Wallfahrt

Franz von Assisi und Carlo Acutis – auf den ersten Blick zwei unterschiedliche Heilige. Sie verbindet aber auch manches.

In den Sommerferien 2026 begab sich die Internationale Katholische Seelsorge des Erzbistums Köln auf die Spuren zweier großer Heiliger nach Assisi. Hier begegnen dem Pilger zwei völlig unterschiedliche Heilige, die sich im irdischen Leben nie begegnet sind, die sich in ihrer Heiligkeit aber dennoch gegenseitig ergänzen. Der eine, Carlo Acutis (1991–2006), ein technikbegeisterter Computer-Nerd, der andere, Franz von Assisi (gestorben 1226), der große Heilige des Mittelalters, der auf jeden weltlichen Reichtum verzichtete. Beide haben ihre Spuren in dem verwinkelten Städtchen Umbriens hinterlassen.

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Beinahe lässig, als würde er sich lediglich ausruhen oder „chillen“, wie junge Menschen sagen würden, ist Carlo in Jeans in der Kirche Santa Maria Maggiore aufgebahrt. Der Teenager, aus einer säkularen Familie stammend, fand durch ein polnisches Kindermädchen zum katholischen Glauben und starb 2006 an einer sehr schweren Leukämie, die er für Papst und Kirche aufopferte. Er nannte die „Eucharistie seine Autobahn in den Himmel“. Über die Beziehung Carlos zu Christus und zur Heiligen Eucharistie bemerkte Weihbischof Dominik Schwaderlapp zu Beginn der Wallfahrt in seiner Predigt: „Ich könnte mir ein Leben ohne Bischof zu sein, gut vorstellen, ein Leben ohne Priester zu sein, könnte ich mir schwer vorstellen, aber niemals ein Leben ohne Christus und die Heilige Eucharistie.“

Einfachheit und Demut

Doch auch der Heilige Franz von Assisi pflegte eine tiefe und innige Beziehung zu Christus, empfing er doch von diesem persönlich vor dem Kreuz von San Damiano den Auftrag, „seine Kirche wieder aufzubauen“. Dies interpretierte er zunächst damit, die kleine Kapelle im Wald mit seinen eigenen Händen wieder aufzubauen. Sie ist heute unter dem Namen Portiuncula, was im Lateinischen für „kleiner Flecken Land“ steht, bekannt und bildet das Herzstück der Basilika Santa Maria degli Angeli in Assisi. Hier verstarb Franz von Assisi auch am 3. Oktober 1226. Doch war mit diesem Auftrag eine radikale Rückbesinnung auf das Vorbild Christi, ein Leben in Einfachheit und in Demut gemeint. Eine Gemeinsamkeit zum 2025 heiliggesprochenen Carlo Acutis brachte Joseph Chelamparambath aus der indisch-syromalankarischen Seelsorge gut auf den Punkt: „Wir sind hier, weil Gott das Leben eines einzelnen Menschen radikal verändert hat.“

Man könnte meinen, das Leben der beiden sei von Gegensätzen geprägt, dies wird nicht nur durch die verschiedenen Epochen, in denen beide gelebt haben, deutlich. Carlo Acutis nutzte den Computer, um anderen Menschen das Wort Gottes nahe zu bringen. Franz von Assisi setzte auf Armut und auf den Verzicht materieller Güter. Dass dieser vermeintliche Kontrast beinahe prophetisch erscheint, wird in den Bergen des Eremo della Carceri, die der heilige Franz von Assisi häufig aufsuchte, deutlich, sofern dort bewusst auf das Handy verzichtet wird. Hier wird spürbar, was in einer Welt mit Handy fehlt. Es fehlt der Blick auf den Nächsten und die Wahrnehmung der Natur, die der heilige Franz von Assisi in seinem Sonnengesang pries. Man könnte es zusammenfassen: „Wer Zeit fürs Handy findet, findet auch Zeit für Gott.“ Daher erfüllt es mich mit Dankbarkeit, dass der liebe Gott uns einen Heiligen geschenkt hat, dem es gelungen ist, beides miteinander zu verbinden. Ein Leben mit Handy muss kein Widerspruch sein, wenn man Gott den Vortritt lässt.

Der Autor ist 30 Jahre alt und schreibt regelmäßig in dieser Rubrik.

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