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Papst soll über Laisierung Aulingers entscheiden

Der umstrittene Geistliche aus dem Bistum Passau hat offiziell beantragt, aus dem Klerikerstand entlassen zu werden. Hat er nun politische Ambitionen?
Fall Aulinger
Foto: Imago | Die Entscheidung über die Laisierung von Pfarrer Aulinger liegt nun in Rom bei Papst Leo XIV.

Ob der populäre Pfarrer Alexander Aulinger aus dem Bistum Passau laisiert werden kann, wird Papst Leo XIV. entscheiden. Das gab das Bistum Passau am Montag bekannt. Ein entsprechender Antrag Aulingers auf Entlassung aus dem Klerikerstand sei dem Bistum zugegangen „und wurde an das Dikasterium für die Glaubenslehre weitergeleitet“, heißt es in der Mitteilung. Bis Leo die endgültige Entscheidung fällt, können mehrere Monate vergehen.

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Aulinger hatte Ende September über seinen Anwalt Holm Putzke bekanntgegeben, sich laisieren lassen zu wollen. Er wünschte, zum 1. Oktober aus dem Klerikerstand entlassen und vom priesterlichen Dienst freigestellt zu werden. Es sei Zeit für ihn, einen neuen Weg einzuschlagen, schrieb er an seinen Bischof, Stefan Oster. Laut einem KNA-Bericht wird inzwischen spekuliert, ob Aulinger bei den bayerischen Kommunalwahlen im Frühjahr 2026 als Bürgermeisterkandidat in dem Ort antritt, wo er Pfarrer war.

Ungeklärte Vorwürfe

Der Priester, der zuletzt die Pfarrei Hauzenberg im Bistum Passau geleitet hatte, war bundesweit in die Medien gekommen, nachdem zahlreiche Menschen sich darüber beschwert hatten, dass er Alkohol an Minderjährige ausgeschenkt hat. Auch Mobbing und geistliche Manipulation standen im Raum. Aulinger bestreitet bis heute jedes Fehlverhalten, daher gilt die Unschuldsvermutung. 

Der Geistliche war Mitte März für die Dauer von Ermittlungen aus dem Dienst genommen worden. Die Suspendierung wiederum hatte zu einer Solidaritätswelle für Aulinger gesorgt, der Fall spaltete die Pfarrei. Seit dem 1. September leitet ein Franziskaner aus dem Bistum Regensburg die Pfarrseelsorge in Hauzenberg.  DT/dsc

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