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Kritik an Reform des Kölner Diözesanpastoralrats

Die Laienvertretung des Erzbistums befürchtet, dass unliebsame Meinungen aus dem Gremium herausgehalten werden sollen.
Reform des Diözesanpastoralrats in Köln
Foto: IMAGO/Christoph Hardt (www.imago-images.de) | Die Laienvertretung des Erzbistums Köln meint, dass durch die Umsztrukturierung des Diözesanpastoralrats etablierte Strukturen mutwillig zerstört würden.

Die von Kardinal Rainer Maria Woelki beschlossene und vergangenen Woche vorgestellte neue Zusammensetzung des Diözesanpastoralrats im Erzbistum Köln stößt auf Widerstand. Wie die katholische Nachrichtenagentur (KNA) am Mittwoch berichtete, kritisierte die Laienvertretung des Erzbistums, der Diözesanrat der Katholiken, dass dadurch etablierte Strukturen mutwillig zerstört würden. Zudem seien die Neuerungen für das Gremium nicht mit allen besprochen worden.

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Das sei weder demokratisch noch synodal und führe zu noch mehr Vertrauensverlust, hieß es. „Wir halten die angekündigte Veränderung in der Besetzung des Diözesanpastoralrates für einen vorgeschobenen und geschönten Beteiligungsprozess, um unliebsame Meinungen und Personen aus dem Gremium herauszuhalten", hieß es von Seiten der Laien.

Gremium soll verkleinert werden

Geplant ist eine Verkleinerung des Gremiums von 75 auf 51 Mitglieder. Die einzelnen Gruppen (Priester, Diakone, Pastoral- und Gemeindereferentinnen und -referenten) einschließlich des Diözesanrats sollen statt vier bis sechs nur noch jeweils zwei Vertreter entsenden. Außerdem können sich Laien für das Gremium bewerben, aus denen dann per Losverfahren die Mitglieder bestimmt werden. Die Verlosung der 18 Plätze soll laut Erzbistum im Herbst stattfinden. Die konstituierende Sitzung des neuen Rats ist für November geplant.

Derzeit wirkten in dem Gremium neben den Führungskräften der Erzdiözese die 15 Stadt- und Kreisdechanten jeweils vier bis sechs Vertreter der Berufsgruppen (Priester, Diakone, Pastoral- und Gemeindereferentinnen und -referenten) mit. 

Viele Kontroversen in der Vergangenheit

In den vergangenen Jahren gab es zahlreiche Kontroversen in dem Gremium, so dass immer wieder ein externer Berater die Sitzungen moderieren musste. Themen waren unter anderem die durch die Missbrauchsaufarbeitung ausgelöste Vertrauenskrise im Erzbistum und die Kölner Hochschule für Katholische Theologie (KHKT), die Woelki vorangetriebene hat. Der Konflikt kulminierte im Boykott einer Sondersitzung im September 2022 durch zahlreiche Mitglieder, wodurch eine Beschlussfähigkeit nicht mehr gegeben war. 

Bei der Umstrukturierung fließen der KNA zufolge Erfahrungen aus der von Papst Franziskus gestarteten Weltsynode sowie aus Bürgerräten in der Zivilgesellschaft ein. Wie der Kirchenrechtler Thomas Schüller erläuterte, bleibt der Diözesanpastoralrat ein reines Beratungsgremium, an dessen Voten der Erzbischof nicht gebunden ist.  DT/dsc

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