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Klärungen statt Kulturkampf

Kardinal Woelki hält an der Kölner Hochschule für Katholische Theologie fest und hofft in Sachen Konkordat auf eine baldige Einigung zwischen der Landesregierung von Nordrhein-Westfalen und dem Heiligen Stuhl.
Interview mit Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki
Foto: Thomas Banneyer (Thomas Banneyer) | Im „Tagespost“-Interview räumt Woelki ein, dass man nach den jüngsten Äußerungen der Landesregierung von Nordrhein-Westfalen keine Priesteramtskandidaten an die Kölner Hochschule für Katholische Theologie schicken werde.

Kardinal Rainer Maria Woelki geht davon aus, dass die Frage der Priesterausbildung an der Kölner Hochschule für Katholische Theologie (KHKT) in Zukunft in konkordatsrechtlicher Hinsicht einvernehmlich zwischen der Landesregierung von Nordrhein-Westfalen und dem Heiligen Stuhl gelöst werden kann.

In einem Exklusiv-Interview mit der „Tagespost“ zeigt er sich zunächst sehr dankbar dafür, dass sich für das Wintersemester etwa dreißig Erstsemestler angemeldet hätten. Für ihn sei das ein Zeichen dafür, dass „diese Hochschule mit ihrem Profil Zukunft hat“. Unter den Neueinschreibungen seien viele junge Leute, „die sich bewusst für die KHKT entschieden haben, weil sie die internationale Ausrichtung bei Dozierenden und Studierenden schätzen“.

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Er hoffe, so Woelki weiter, dass die Hochschule weiter aufgebaut werden und dass sie „für die Kirche in Deutschland und darüber hinaus einen wichtigen Dienst“ wahrnehmen könne. Der Dienst bestehe darin, „dass hier Theologinnen und Theologen mit dem Glauben der Kirche konfrontiert und in eine wissenschaftliche Auseinandersetzung hineingebracht werden“.

„Konkordate sind nicht in Stein gemeißelt“

Im gleichen „Tagespost“-Interview räumt der Erzbischof von Köln ein, dass man nach den jüngsten Äußerungen der Landesregierung von Nordrhein-Westfalen keine Priesteramtskandidaten an die Kölner Hochschule für Katholische Theologie schicken werde. „Wir befinden uns ja nicht im Kulturkampf und so will ich den Wechsel der Trägerschaft auch nicht verstanden wissen – im Gegenteil“, meint Woelki. Er glaubt aber, dass man sich über die entsprechenden Festlegungen des Konkordats einigen könne. 

„Generell scheint die Interpretation des Konkordats divers“, so der Kardinal. Staatsrechtler wie Christian Hillgruber oder der Freiburger Kirchenrechtler Georg Bier beurteilten die Frage der Priesterausbildung zum Beispiel in dem Sinne, dass diese durchaus an der KHKT möglich sei. So stelle sich ihm etwa mit Blick auf Bayern, wo 2007 die Theologischen Fakultäten in Bamberg und Passau für 15 Jahre auf Institute herabgestuft worden seien, „in der Tat die Frage, wie sehr die Zusagen in den Konkordaten in Stein gemeißelt sind“. 

Er gehe davon aus, so Woelki, dass der Heilige Stuhl die Frage derPriesterausbildung an der KHKT „in naher Zukunft gemeinsam mit dem Land Nordrhein-Westfalen klären wird“. Ihm persönlich sei aber schon um des wissenschaftlichen Diskurses willen daran gelegen, in Deutschland „möglichst viele Standorte und Fakultäten für die wissenschaftliche Auseinandersetzung der Theologie zu erhalten“.  DT/gho

Lesen Sie das ausführliche Interview mit dem Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki in der kommenden Ausgabe der "Tagespost".

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