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Das Klima zwischen Laien und Bischöfen ist prekär

Eine Heilung wird es nur geben, wenn die exklusive und ausschließende Gesprächsunkultur der Bischöfe endlich ein Ende findet. 
Katholische Laien
Foto: IMAGO/Annette Zoepf (Zöpf) (www.imago-images.de) | Manche Laien müssen draußen bleiben. Bischöfe sprechen nur mit den Funktionären, die sie jetzt durch die Medien jagen. Das Klima ist nicht gut.

Das berühmte Kind ist in den Brunnen gefallen und die deutschen Bischöfe stehen weltweit ziemlich blamiert da. Renommierte Kirchenrechtler hatten rechtzeitig auf die jetzt von Rom reklamierten Defizite des geplanten Synodalen Ausschusses hingewiesen. Im Grunde könnten die Bischöfe der römischen Kurie noch dankbar sein, dass sie vor der noch größeren Blamage bewahrt wurden, ein rechtswidrig durchgewunkenes Gremium samt seiner Beschlüsse unter dem lauten Gezeter der Laienfunktionäre in die berühmte Tonne treten zu müssen. 

Schlechtes Gesprächsklima

Außer dem juristischen Defizit fällt noch ein weiteres auf. Der Dialog zwischen Bischöfen und Laien in Deutschland ist mehr als nur prekär. Mit der einen Sorte Laien redet man vorsichtshalber erst gar nicht. Die Sorte Laien, mit denen man exklusiv redet, jagen die Bischöfe jetzt durch die Gassen der veröffentlichten Meinung. Natürlich ist die Funktionärsblase des ZdK maßlos enttäuscht, dass man ihnen ihr liebstes Spielzeug weggenommen hat. Doch bei Licht betrachtet geht es doch nur darum, eine Jahrzehnte alte Reformagenda, erweitert um die hinzugekommene LGBT-Agenda, endlich umzusetzen.

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Die durch die Missbrauchsstudie in Not geratenen Bischöfe hatten sich mit ihrer Bitte um Hilfe ausgerechnet an diejenigen gewendet, die sie seit Jahren mit eben dieser – immer wieder zurückgewiesenen – Agenda piesackten. Der Bock wird nie ein guter Gärtner werden.

Alle Laien und Laiengruppen, die auf die dringende Notwendigkeit von Katechese und Neuevangelisierung, von Beichte und Anbetung, von Apologetik und klarer ethischer als auch anthropologischer Positionierung in einer immer mehr verunsicherten Gesellschaft hinwiesen, wurden glatt ignoriert. Weil die Briefe und Eingaben dieser Gruppierungen in bischöflichen Vorzimmern und Rundablagen verschwanden, wandten sich diese Gruppen natürlich oft an Rom. Man warf ihnen am Ende sogar vor, römische Brieffreundschaften zu pflegen, und in der Tat, sogar der Papst selber schrieb zurück und gab zu erkennen, dass er die Sorgen der Gläubigen teilt.

Heilung ist möglich

Geht es nun darum, das defizitäre Gesprächsklima zwischen Episkopat und Laien zu heilen, hilft nur eines: Die toxische, ausschließende Gesprächsunkultur, die wirkliche Synodalität verhindert, muss endlich ein Ende finden. Der Papst hat es den Deutschen ins Stammbuch geschrieben. Echte Synodalität will nicht die Kirche umbauen. Echte Synodalität zielt auf Evangelisierung. Hört man endlich auf, alle aus dem Gespräch auszugrenzen, die diesen Aspekt wirklich einbringen wollen, könnte nicht nur das Klima zwischen Laien und Bischöfen sehr viel besser werden, man könnte sogar in Rom plötzlich ganz neue Freunde finden. 

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