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Weihbischof Wörner: „Beheimatung in der eigenen Konfession ist wichtig“

Im Interview mit der „Tagespost“ spricht sich Weihbischof Florian Wörner für den konfessionellen Religionsunterricht aus. Dieser könne vor Intoleranz und extremen Positionen schützen.
Konfessioneller Religionsunterricht ist wichtig für die Beheimatung in der eigenen Religion, findet Weihbischof Florian Wörner.
Foto: Matthias Bein (dpa) | Konfessioneller Religionsunterricht ist wichtig für die Beheimatung in der eigenen Religion, findet Weihbischof Florian Wörner.

Der Augsburger Weihbischof Florian Wörner hat sich für die Beibehaltung des konfessionellen Religionsunterrichts ausgesprochen, wo dies problemlos möglich sei. Die Beheimatung in der eigenen Konfession sei wichtig, unterstrich der Bischofsvikar für Schule im Bistum Augsburg im Gespräch mit dieser Zeitung. Für viele Kinder und Jugendliche sei der Religionsunterricht einer der wenigen Anknüpfungspunkte zu Glaube und Kirche. Wörtlich erklärte Weihbischof Wörner: „Eine gesunde und fundierte Glaubensüberzeugung trägt zu einem toleranten Umgang mit anderen Standpunkten und religiösen Auffassungen bei. Wo diese Beheimatung fehlt, wächst die Anfälligkeit für extreme Positionen.“

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Schwindende Zahl von getauften Schülern

In Bayern bestehe bislang ökumenische Einmütigkeit darin, dass der konfessionell getrennte Unterricht der Regelfall sei. Für den Fall, dass sich mancherorts aufgrund religionsdemographischer Entwicklungen keine konfessionellen Lerngruppen einrichten ließen oder zu wenig Religionslehrkräfte zur Verfügung stünden, sei der Modellversuch RUmeK (Religionsunterricht mit erweiterter konfessioneller Kooperation) entwickelt worden. Wörner zufolge bietet er die Möglichkeit, Erfahrungen zu sammeln, wie Religionsunterricht konfessionssensibel gestaltet werden könne. Kinder und Jugendliche lernten dabei die jeweils andere Konfession besser kennen. Um dies zu gewährleisten, sei der Einsatz von sogenannten Experten der jeweils kleineren Konfession, die nicht kontinuierlich im Unterricht präsent seien, vorgesehen. Sie gestalten den Unterricht bis zu 12 Wochenstunden im Schuljahr mit, behandeln konfessionsspezifische Themen und bieten den Schülerinnen und Schülern die Gelegenheit, Ansprechpartner ihrer jeweiligen Konfession zu erleben. Wo dies personell nicht möglich ist, wird aktuell ein Netzwerk von Online-Experten implementiert.

Wörner räumte ein, dass die schwindende Zahl von getauften Schülerinnen und Schülern sowie der Rückgang an Religionslehrkräften beider christlicher Konfessionen es notwendig machten, gemeinsam zu überlegen, wie Religionsunterricht und Religion an den Schulen, organisiert und gestaltet werden könne, damit der christliche Glaube im Lebensraum Schule präsent bleibe. Der kooperative Religionsunterricht für katholische und evangelische Schüler ist in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg bereits an zahlreichen Schulen eingeführt. DT/reg

Das vollständige Interview sowie weitere Informationen in der Debatte um den konfessionellen Religionsunterricht erscheinen in der kommenden Ausgabe der „Tagespost“.

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