Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Papst-Gesandter Krajewski

Unter Beschuss auf päpstlicher Mission

Kardinal Krajewski beendet heute seine Mission in der Ukraine. Im Auftrag des Papstes war er dort, unterwegs um den leidenden Menschen Hilfsgüter zu bringen und Beistand zu leisten.
Kardinal Konrad Krajewski berichtet vom Leid des ukrainischen Volkes
Foto: IMAGO/Grzegorz Galazka (www.imago-images.de) | Kardinal Krajewski berichtet „vom Leid dieses Volkes, von den grausamen Taten, den Ungeheuerlichkeiten, den gequälten Leichen, die sie finden“.

Der vatikanische Almosenmeister, Konrad Kardinal Krajewski, wurde von Papst Franziskus bereits zum vierten Mal in die Ukraine entsandt. Mit dem Auftrag, im Namen des Papstes dort humanitäre Hilfsgüter zu verteilen, war Krajewski am Dienstag der vergangenen Woche in das Kriegsgebiet gereist. Heute ist er nach Rom zurückgekehrt, um Papst Franziskus zu berichten.

Krajewski berichtet vom Leid des ukrainischen Volkes

Wie der Papst bei seiner General-Audienz am heutigen Mittwoch berichtete, habe ihm Krajewski „vom Leid dieses Volkes, von den grausamen Taten, den Ungeheuerlichkeiten, den gequälten Leichen, die sie finden“ erzählt.

Lesen Sie auch:

Am Montag hatte der Papstgesandte Krajewski die Massengräber im Wald von Isjum besucht. Erst vor kurzem sei die Stadt von den Russen verlassen worden und man habe die Überreste von knapp 500 Menschen dort gefunden. Gegenüber „Vatican News“ berichtete Krajewski, er wisse, dass es im Krieg keine Gnade und viele Tote gebe, aber „es ist schwierig, so viele Tote auf einmal zu sehen, das zu verstehen und darüber zu sprechen." In einer stundenlangen „Prozession“ hätten fast 200 Menschen, meist junge Männer, die Leichen in Stille geborgen und von diesem Ort weggetragen.

Kardinal unter Beschuss

Wie „Vatican News“ berichtet, war der bewachte Hilfskonvoi, zu dem auch Krajewski gehörte, bei Saporischschja unter direkten Beschuss geraten. Begleitet von katholischen und evangelischen Würdenträgern, beladen mit Lebensmitteln und Rosenkränzen hatte der Kleinbus bereits seinen ersten Zwischenhalt in der Stadt hinter sich. „Zum ersten Mal in meinem Leben wusste ich nicht, wohin ich laufen sollte... denn es reicht nicht aus, zu laufen, man muss auch wissen, wohin“, so Krajewski. Man könne nur betend sagen: „Jesus, ich vertraue auf dich!“

Gleichzeitig betonte Krajewski, man müsse jedoch auch gegenüber den russischen Besatzungstruppen Milde üben: Selbst „im Feind“, in „jedem Sünder, selbst in dem, der in die Ukraine gekommen ist, um zu schießen und zu töten, muss ich einen Menschen sehen“. Er hob hervor, „dass alles Böse durch das Gute überwunden wird. Das Gute gewinnt.“ DT/jmo

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Meldung Evangelische Kirche Kardinäle Missionen Papst Franziskus Päpste

Weitere Artikel

Das aufgeblähte Mediendikasterium des Vatikans ist fest in italienischer Hand. Was die neue Präfektin Maria Alvarado dort erwartet.
20.06.2026, 15 Uhr
Guido Horst
Für einen neuen missionarischen Aufbruch: Das Stichwort „Mission“ lockt 850 Menschen nach Augsburg. Warum Christen mehr über Mission sprechen sollten und welche Werkzeuge sie brauchen.
22.06.2026, 08 Uhr
Matthias Chrobok
Präfektin des Dikasteriums für Kommunikation: Dem ersten Laien im Amt folgt mit María Montserrat Alvarado die erste Frau im Amt, acht Jahre nach der Ernennung ihres Vorgängers.
09.06.2026, 11 Uhr
Henry C. Brinker

Kirche

Gefährliches Spiel: Mit einem Antrag, der vorgibt, Pro Familia Fördergelder entziehen zu wollen, sollen Lebensrechtler umarmt und der Union Stammwähler entzogen werden.
11.07.2026, 14 Uhr
Stefan Rehder
Das Gleichnis vom Sämann zeigt: das Evangelium ist vor allem dann fruchtbar, wenn der Mensch es nicht nur hört, sondern auch danach lebt.
11.07.2026, 21 Uhr
Ludger Schwienhorst-Schönberger 
Unerlaubte Bischofsweihen und Exkommunikation: Weit weg von Rom, in Écône, spürt man die Last eines historischen Moments jenseits der roten Linie.
09.07.2026, 09 Uhr
Alexander von Schönburg