Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Kiew

Ukrainische Kirche versetzt pro-russische Bischöfe in den Ruhestand

Nach Razzien in ukrainischen Klöstern entfernen die Ukrainisch-Orthodoxen drei Metropoliten aus ihren Ämtern. Zwei hatten sich bereits nach Russland abgesetzt.
Leiter des Kiewer Höhlenklosters, Metropolit Pawlo, wird sein Amt behalten
Foto: Evgeniy Maloletka (AP) | Der Leiter des Kiewer Höhlenklosters, Metropolit Pawlo, wird sein Amt behalten, obwohl der Geheimdienst auch das Höhlenkloster vor wenigen Tagen durchsucht hatte.

Das leitende Gremium der von Moskau anerkannten  „Ukrainischen Orthodoxen Kirche“, der Heilige Synod, hat drei pro-russische Metropoliten aus ihren Ämtern entlassen. Am Mittwoch erklärte das Gremium, dass jedoch nicht die ihnen aus der Politik Vorgeworfene pro-russische Propaganda der Grund sei.

Die abgesetzten Metropoliten

Die abgesetzten Metropoliten Elischa von Isjum und Kupjansk sowie Joseph von Romny und Buryn hätten sich laut Medienberichten bereits in den letzten Monaten nach Russland abgesetzt. Beim dritten Metropoliten, Ioasaf von Kropywnyzkyj und Nowomyrhorod, soll der ukrainische Inlandsgeheimdienst Beweise für pro-russische Aktivitäten gefunden haben. Nun sind sie in den Ruhestand versetzt worden. 

Lesen Sie auch:

Der Leiter des Kiewer Höhlenklosters, Metropolit Pawlo, wird sein Amt behalten, obwohl der Geheimdienst auch das Höhlenkloster vor wenigen Tagen durchsucht hatte. Pawlo war vermehrt kritisiert worden, über seine Absetzung wurde spekuliert. Auch Metropolit Ioasaf wird trotz des Ruhestandes weiterhin in der Metropolie Kiew tätig bleiben.

Unabhängigkeit von Patriarch Kyrill

Am Dienstag hatte der ukrainische Geheimdienst SBU rund 350 Kirchengebäude und 850 Personen kontrolliert. Der SBU beschlagnahmte nach eigenen Angaben „pro-russische Literatur“, in der die imperiale Ideologie „russkij mir" propagiert wird. Außerdem sollen sie ohne Erfolg auf der Suche nach Waffen gewesen sein. 

Bereits seit einiger Zeit übt die ukrainische Politik Kritik an der „Ukrainischen Orthodoxen Kirche“. Man warf ihr mehrfach vor, den russischen Präsidenten Wladimir Putin im Krieg gegen die Ukraine zu unterstützen. Die „Ukrainische Orthodoxe Kirche“ hatte sich jedoch bereits Ende Mai für autonom erklärt. Nun hat man mit der eigenen Weihe des bei einigen Gottesdiensten verwendeten Salböls einen zusätzlichen Schritt zur Eigenständigkeit getätigt. Zuvor war das Öl aus Moskau bezogen worden. Deutlich mehr Ukrainer bekennen sich zur Ende 2018 gegründeten autokephalen „Orthodoxen Kirche der Ukraine“.  DT/jmo

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Meldung Bischof Klöster Kyrill I. Wladimir Wladimirowitsch Putin

Weitere Artikel

Das ehemalige Klarissenkloster Ribnitz beherbergt heute das Deutsche Bernsteinmuseum.
03.05.2026, 15 Uhr
Rocco Thiede
Auf die Kirche wird dabei nicht verzichtet, sie ist dramaturgisch offensichtlich unverzichtbar als wichtige Projektionsfläche für Fragen nach Schuld, Erlösung und Widerstand.
16.03.2026, 19 Uhr
Henry C. Brinker
Der russisch-orthodoxe Patriarch Kyrill I. ist ein Brandstifter, der sich als Feuerwehrmann präsentiert.
03.06.2025, 11 Uhr
Stephan Baier

Kirche

Der Papst sieht den Moment gekommen, die Künstliche Intelligenz zu „entwaffnen“. Eigentlich geht es in „Magnifica humanitas“ aber eher um das „technokratische Paradigma“.
27.05.2026, 17 Uhr
Guido Horst
Auch die Entwickler selbst fürchten, dass sich eine Superintelligenz einmal gegen den Menschen richten könnte: Die KI-Enzyklika Papst Leos geht auf reale Sorgen ein.
27.05.2026, 19 Uhr
Guido Horst
Kommt die Seligsprechung? Wie Erzbischof Georg Gänswein bestätigt, sammelt das Dikasterium für die Heiligsprechung Schreiben aus aller Welt, die Gebetserhörungen dokumentieren.
27.05.2026, 14 Uhr
Regina Einig
Trotz Warnungen aus Rom: Die FSSPX gibt die Namen der Kandidaten für die geplanten Bischofsweihen bekannt. Auch dem Papst sollen sie bereits vorgestellt worden sein.
27.05.2026, 11 Uhr
Meldung
Neuer Teilnehmerrekord, Durchschnittsalter bei 21 und die Abschlussmesse mit Kardinal Burke: Chartres versammelte wieder Zehntausende. Was sagt das über die junge Generation?
27.05.2026, 10 Uhr
Elisabeth Hüffer