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Treffen zur Amazonas-Synode: Kasper kritisiert Berichterstattung

Von „völlig absurden Berichten über ein seriöses theologisches Symposium“ spricht Kurienkardinal Walter Kasper. Bei dem Vorbereitungstreffen zur Amazonas-Synode sei es um die Zukunft einer bedrängten Ortskirche gegangen.
Kardinal Kasper weist Kritik an Amazonas-Treffen zurück
Foto: KNA | Die mögliche Zulassung der Weihe von älteren verheirateten Männern sei angesichts des pastoralen Notstands in Amazonien ein Thema gewesen, „aber nicht das Thema".

Kurienkardinal Walter Kasper hat seine Teilnahme an einem Treffen zur Vorbereitung der im Oktober stattfindenden Amazonas-Synode bestätigt. Gleichzeitig kritisierte der enge Vertraute von Papst Franziskus gegenüber der „Tagespost“ die Berichterstattung zahlreicher Medien über die Zusammenkunft. In gewissen Blogs fänden sich „völlig absurde Berichte über ein seriöses theologisches Symposium“. Bei den Teilnehmern habe „nur fassungsloses Kopfschütteln“ geherrscht, als die Berichte bezüglich des Treffens veröffentlicht wurden.

"Die Frauenordination war überhaupt
kein Thema, die Aufhebung
des Zölibats ebensowenig“
Kurienkardinal Walter Kasper

Am Dienstag hatten sich mehrere prominente Bischöfe und Kardinäle in der Nähe von Rom zu Gesprächen getroffen. Darüber berichteten zuerst der Vatikan-Korrespondent des „National Catholic Register“, Edward Pentin, sowie das US-Nachrichtenportal „Lifesitenews“. Pentin und „Lifesitenews“ zufolge soll es dabei ein liberaler Reformkurs der katholischen Kirche, unter anderem hinsichtlich der Frauenordination, diskutiert worden sein.

Diese Behauptung weist Kasper gegenüber der „Tagespost“ zurück. „Die Frauenordination war überhaupt kein Thema, die Aufhebung des Zölibats ebensowenig.“ Die mögliche Zulassung der Weihe von älteren verheirateten Männern sei angesichts des pastoralen Notstands in Amazonien ein Thema gewesen, „aber nicht das Thema. Niemand hat - wie absurder Weise behauptet wurde - die sakramentale und hierarchische Grundstruktur der Kirche auch nur mit einem Wort in Frage gestellt“.

Kasper: Zukunft einer bedrängten Ortskirche wurde diskutiert

Neben Kardinal Kasper nahmen an dem Treffen unter anderen der italienische Kardinal Lorenzo Baldisseri, Generalsekretär der Bischofssynode, der brasilianische Kardinal Claudio Hummes sowie der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck teil. Alessandro Gisotti, Pressesprecher des Heiligen Stuhls, bezeichnete die Zusammenkunft gegenüber dem „National Catholic Register“ als nicht öffentliches „Studientreffen“ des „Pan-Amazonas Kirchen-Netzwerks“.

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Kasper erklärte darüber hinaus, dass es bei dem Treffen um die Zukunft einer bedrängten Ortskirche und deren Inkulturation gegangen sei. „Dass dabei angesichts der Kultur der eingeborenen Völker Amazoniens über eine christozentrische Schöpfunstheologie, die Rede war, hat mit einer billigen ,Ökotheologie' absolut nichts zu tun. War es nicht J. Ratzinger/ Benedikt XVI., der immer wieder auf dieses etwas vergessene Thema aufmerksam machte?“ In diesem großen Zusammenhang, so Kasper, habe er über das „Ministerium sanctificationis“ gesprochen.

Kasper: Treffen nicht von deutschen Theologen initiiert

Als „völlig absurd“ bezeichnete Kasper die Behauptung, das Treffen sei von deutschen Theologen initiiert und dominiert gewesen. „In Wirklichkeit sprachen die meisten Teilnehmer Spanisch, Deutsch war nicht einmal eine Verhandlungssprache.“ Dass Kardinal Hummes für den deutschen Charakter herhalten müsse, nur weil seine Vorfahren aus dem Hunsrück in Brasilien eingewandert seien, „setzt dem Unsinn die Krone auf“.

DT/mlu

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