Fulda

Tagespost erinnert an Fuldaer Bistumsgründer Bonifatius

Der vor 1.300 Jahren zum Bischof geweihte Bonifatius gab im Missionsland Deutschland ein Zeugnis für Jesus Christus. In diesem Jahr feiert er auch seinen 1.350. Geburtstag.
Statue des heiligen Bonifatius mit Kreuz
Foto: Frank Rumpenhorst (dpa) | Die Statue des heiligen Bonifatius steht vor einem regenschweren Himmel: Der Taufname des Bonifatius war Wynfreth – Freude und Friede –, und in diesem Geist verbreitete er auch den Glauben.

Der heilige Bonifatius hat in diesem Jahr gleich zwei Jubiläen: 1300 Jahre Bischofsweihe und den wohl 1350. Geburtstag. Mit Bonifatius, so hatte Papst Johannes Paul II. einmal gesagt, begann in Deutschland die Geschichte des Christentums. Das Bistum Fulda wird sich mit Dankbarkeit an seinen Namenspatron erinnern; Bonifatius hatte das Kloster Fulda auch als seine Grabstätte bestimmt.  

Früh vom Missionsideal erfasst

Der Taufname des Bonifatius war Wynfreth – Freude und Friede –, und in diesem Geist verbreitete er auch den Glauben. Er war Brückenbauer und global player, verband Volksgruppen miteinander und brachte Gott und die Menschen in eine neue Verbindung. Und dabei war er nicht nur der „Apostel Deutschlands“, wie er 1160 erstmals in Fulda genannt wurde. Bonifatius, der aus einer adligen Familie Südenglands stammt, wurde früh vom Missionsideal erfasst. Papst Gregor II. hatte ihn zur Mission im ostfränkisch-thüringischem Gebiet beauftragt, später sollte er die gesamte ostfränkische Kirche nach römischem Kirchenrecht reformieren mit der Gründung von Bistümern und der Einsetzung von Bischöfen.

Lesen Sie auch:

722 empfing Bonifatius in Rom die Bischofsweihe; mit Klerikern, die nicht römischem Brauch folgten, sollte er keine Gemeinschaft haben. Der Plan eines Cocilium Germanicum 742, bei dem Bonifatius die ostfränkischen Bistümer in einem Metropolitanverband leiten sollte, geriet jedoch ins Stocken. Sein Einfluss auf die fränkischen Herrscher ließ nach. Bei seiner letzten Missionsreise zu den Friesen wurde er bei Dokkum am 5. Juni 754 das Opfer eines Raubüberfalls.  DT/ari

Der Fuldaer Weihbischof Karlheinz Diez schildert, warum Bonifatius einer der ersten großen "global player" war, der Historiker Klaus Unterburger stellt Bonifatius als Missionar und Kirchenreformer vor. Lesen Sie die ausführlichen Beiträge in der kommenden Ausgabe der Tagespost.

Weitere Artikel
Mit Bonifatius begann die Geschichte des Christentums in Deutschland. Bonifatius war einer der ersten großen "global player" in Europa, der Volksgruppen verbunden hat sowie Gott und Mensch in ...
08.01.2022, 09  Uhr
Karlheinz Diez
Tränen bewirken manchmal Wunder: Die heiligen Geschwister Benedikt und Scholastika.
06.05.2022, 13  Uhr
Uwe Wolff
Der heilige Anselm von Canterbury (1033–1109) wollte die Vernünftigkeit des Glaubens der Kirche erweisen. 
06.07.2022, 07  Uhr
Marius Menke
Themen & Autoren
Vorabmeldung Bischofsweihen Bistum Fulda Bonifatius Jesus Christus Johannes Paul II.

Kirche

Das deutsche Ergebnis der Befragung zur Weltbischofssynode zeigt: Mit dem Synodalen Weg können Gremien Monologe führen, aber keine jungen Leute hinter dem Ofen hervorlocken.
09.08.2022, 11 Uhr
Regina Einig
„Du sollst dir kein Bild von Gott machen“ – oder doch? Der Bilderstreit des achten und neunten Jahrhunderts.
09.08.2022, 19 Uhr
Christoph Münch
Beeindruckendes Buch: Andreas Sturm beschreibt seinen Weg zum Austritt aus der katholischen Kirche mit schonungsloser Ehrlichkeit. Ein Spiegel der Kirche unserer Tage.
06.08.2022, 07 Uhr
Peter Winnemöller