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Synodaler Rat: Brief des Vorsitzenden der DBK an Rom

Brief der Kardinäle sei provoziert worden. Georg Bätzing nennt in der Auftaktpressekonferenz der Deutschen Bischofskonferenz die Themen der Versammlung. Sexueller Missbrauch und Synodaler Weg stehen im Fokus.
Dresden - Altstadtansicht
Foto: Peter Winnemöller | In Dresden tagt in dieser Woche die Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz. Blick über einen Teil der Altstadt von Dresden mit Kathedrale und Semper- Oper.

In der Auftaktpressekonferenz zur Frühjahrsvollversammlung der Deutsche Bischofskonferenz (DBK) hat der Konferenzvorsitzende, Bischöfe Georg Bätzing, bekanntgegeben, seinerseits einen Brief nach Rom geschickt zu haben. Ein Schreiben von drei Kardinälen im Auftrag des Papstes hatte dem Synodalen Weg und dem Synodalen Ausschuss die Errichtung eines Synodalen Rates untersagt. Demgegenüber betonte Bätzing, dieses Schreiben sei provoziert worden und bezog sich dabei auf die Anfrage von fünf Bischöfe in Rom. Er selber habe nun einen Brief an den Vatikan geschrieben und betonte, man habe vereinbart, miteinander im Gespräch zu bleiben. Diese Bereitschaft habe er erneuert. Auf Nachfrage der "Tagespost" kündigte Bätzing an, den Brief veröffentlichen zu wollen. Den Synodalen Ausschuss wolle man auf der kommenden Vollversammlung auf den Weg bringen, so der Vorsitzende. 

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Fortschritte des Synodalen Weges

Erneut betonte der Vorsitzende der DBK die aus seiner Sicht notwendigen Reformen der Kirche. Er nannte die auf Druck der Initiative „Out in Church“ erfolgte Änderung des kirchlichen Arbeitsrechts einen Erfolg des Synodalen Weges. Angesprochen auf die fünf jüngst ausgeschiedenen Mitglieder relativierte Bätzing, dies seien fünf von 230 Synodalen. 

Missbrauch im Fokus

Als Themen der Versammlung nannte Bätzing ferner den Krieg in der Ukraine. Hier werde man mit der Präsidentin des Deutschen Caritasverbandes und Caritas International sprechen, zum anderen stehe mit Miroslav Malinowski ein wirklicher Kenner der Situation in der Ukraine als Gesprächspartner zur Verfügung. Es gehe, so Bätzing darum zu debattieren, wie es in der Friedens Ethik der katholischen Kirche dennoch möglich ist, auf der einen Seite deutlich zu machen, dass Waffen keinen Frieden schaffen, man jedoch auf der anderen Seite das Selbstverteidigungsrecht dieses überfallenen Landes unterstütze.

Hotel Hyperion in Dresden
Foto: Peter Winnemöller | Haupteingang des Hotels Hyperion in Dresden. Hier tagen in dieser Woche die deutschen Bischöfe.

Weiter verwies der Vorsitzende auf zwei Pressegespräche in den kommenden Tagen hin. Da sei zum einen die Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs, mit dem sich auch die Konferenz beschäftigen werde. Er gab einen Hinweis auf das Pressegespräch dazu am kommenden Mittwoch. Der Weltjugendtag in diesem Jahr ist ebenfalls ein Thema der Vollversammlung. Ein Pressegespräch dazu gebe es am morgigen Dienstag. Ferner berate man in dieser Woche über eine Arbeitshilfe zum Missbrauch geistlicher Autorität, umgangssprachlich auch geistlicher Missbrauch genannt. Die Konferenz werde sich auch mit der Kontinentalen Phase der Weltsynode in Prag befassen.

Deutsche Bischöfe vier Tage in Dresden

Von Montag bis Donnerstag kommen die deutschen Bischöfe zu ihrer Frühjahrsvollversammlung in Dresden zusammen. Ein wesentliches Thema stellen die Beratungen rund um Fragen des Synodalen Wegs dar. Die fünfte und letzte Synodalversammlung beginnt am 9. März. Auch der „Ad-limina“-Besuch der deutschen Bischöfe vergangenen November in Rom soll in Dresden noch einmal ausgewertet werden.

Weitere Schwerpunkte sind die Aufarbeitung und der Umgang mit sexuellem Missbrauch und Gewalterfahrungen in der Kirche, die Vorbereitungen für den XXXVII. Weltjugendtag im Sommer in Lissabon, ein Bericht des Sonderbeauftragten für Flüchtlingsfragen sowie der geplante dritte ökumenische Bericht zur Religionsfreiheit von Christen weltweit. Darüber hinaus wir auch der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine und die Situation in dem überfallenen Land eine Rolle spielen.  DT/pwi

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