Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Kirche

"Sexualität und Babys gehören zusammen“

In Augsburg fand eine Tagung zu 50 Jahren "Humanae Vitae" statt. Der Moraltheologe Stephan Kampowski stellte die Unterscheidung von Empfängnisverhütung und Empfängnisregelung ins Zentrum seines Vortrags. Von Stefan Matthaei
Seligsprechung von Paul VI.
Foto: Cristian Gennari (KNA) | Gläubige halten ein Plakat in die Höhe mit der Aufschrift "Humanae Vitae" (Enzyklika von Papst Paul VI.) auf dem Petersplatz im Vatikan bei der Seligsprechung von Paul VI. am 19. Oktober 2014.

Auf Einladung der Katholischen Pfadfinderschaft Europas (KPE) hat der Moraltheologe Stephan Kampowski kürzlich über die Enzyklika „Humanae Vitae“ von Papst Paul VI. in Augsburg referiert. Kampowski - Professor fur philosophische Anthropologie am Papstliches Theologisches Institut Johannes Paul II. in Rom – stellte die Unterscheidung von Empfängnisverhütung und Empfängnisregelung ins Zentrum seines Vortrags. Sowohl theologisch, basierend auf „Humanae Vitae“, als auch philosophisch, anhand der Britin Anscombe, legte er dar, warum die gezielte Empfängnisverhütung eine „in sich schlechte Methode“ sei, um die Anzahl der Kinder zu beeinflussen, im Gegensatz zur Natürlichen Empfängnisregelung, die den natürlichen Zyklus der Frau beachtet.

Besonders problematisch bei der Empfängnisverhütung sei die manipulative Trennung von Sexualität und Fruchtbarkeit, die letztlich zur Banalisierung der Sexualität führe, denn die Frage der Fruchtbarkeit sei eine existenzielle, persönliche und personale Frage und nicht eine rein biologische. Gleichzeitig stellte er das päpstliche Schreiben "Humanae vitae" in den historischen Kontext und zeigte auf, dass Papst Paul VI. bezüglich seiner Haltung zur Empfängnisverhütung keine isolierte Stellung einnahm, sondern die Position seiner Vorgänger und auch Nachfolger teilte. Bereits 1930 wurde in der Enzyklika „Casti connubii“ von Papst Pius XI. die kirchliche Lehre zur Empfängnisverhütung verteidigt. Notwendig sei dieses Schreiben geworden, weil die anglikanische Kirche als erste christliche Konfession die jahrhundertlange Haltung zur Empfängnisverhütung, die allen Christen gemeinsam gewesen sei, aufgab. Es folgte die Enzyklika Humanae Vitae von Paul VI. als Antwort auf die Erfindung der Pille, sowie die Ausführungen von Papst Johannes Paul II. zur „Theologie des Leibes“.

Ebenso lade uns der gegenwärtige Nachfolger Petri, Papst Franziskus, in Amoris Laetitia ein die Enzyklika "Humanae vitae" wiederzuentdecken.

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen. Kostenlos erhalten Sie die aktuelle Ausgabe

Themen & Autoren
Enzyklika Humanae Vitae Johannes Paul II. Moraltheologen Papst Franziskus Paul VI. Pius XI. Verhütung (Sexualität)

Weitere Artikel

Schluss mit dem Museum im Apostolischen Palast in Castel Gandolfo: Leo XIV. kehrt in die ursprüngliche Sommerresidenz der Päpste zurück.
30.05.2026, 17 Uhr
Giulio Nova
Ehegattensplitting, Krankenversicherung, und und und: Die Politik will Familien abkassieren. Was sagt die Kirche dazu? Und ist die Hausfrauenehe eigentlich ein katholisches Ideal?
01.04.2026, 14 Uhr
Jakob Ranke
Die Jahrestagung der Päpstlichen Stiftung „Centesimus annus“ unterstrich den Wert der kirchlichen Soziallehre und ihrer Prinzipien in Zeiten des Chaos und der Krisen.
04.06.2026, 13 Uhr
Guido Horst

Kirche

Bei einer Podiumsdiskussion in der Konrad-Adenauer-Stiftung sprechen führende Kirchenvertreter aus der Ukraine über Glaube im Krieg und eine möglich Aussöhnung mit Russland.
30.06.2026, 17 Uhr
Michael Leh
Kurz vor den Bischofsweihen warnt der Papst die Priesterbruderschaft St. Pius X. vor einem „schismatischen Akt“. Jetzt reagiert deren Generaloberer mit einem persönlichen Brief.
30.06.2026, 13 Uhr
Meldung
Den Synodalen Weg in seinem Lauf hält offenbar weder Papst noch Kurie auf: Die eigentlich obsolete deutsche Kommission zur Frauenweihe sucht Mitglieder.
30.06.2026, 11 Uhr
Regina Einig