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Schick stellt neue Kirchengerichte in Aussicht

Bei der Aufarbeitung des Missbrauchsskandals steht auch der kirchenrechtliche Umgang mit den Tätern auf dem Prüfstand. Im Interview mit der Tagespost kündigte Erzbischof Ludwig Schick nun eine bedeutende Neuerung an.
Bambergs Erzbischof Schick zum Kirchenrecht
Foto: Nicolas Armer (dpa) | Die Kirche müsse gut prüfen, wen sie zur Weihe zulässt, meint Erzbischof. „Ziel allen priesterlichen Tuns ist es, den Menschen die Fülle des Lebens zu geben.“

Bambergs Erzbischof Ludwig Schick hat Reformen bei der juristischen Aufarbeitung von Missbrauchsfällen in Aussicht gestellt. "Wir werden sicher überdiözesane Strafgerichte bekommen", sagte er im Interview mit der „Tagespost“. Er verwies zudem darauf, dass bistumsübergreifende Gerichtshöfe in anderen Rechtsbereichen bereits erfolgreich arbeiten würden. Schick war im November von den deutschen Bischöfen beauftragt worden, kirchenrechtliche Perspektiven der Aufarbeitung des Missbrauchsskandals zu erörtern.

Schick: Das Kirchenrecht hat Lücken

Im Gespräch am Rande der Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) in Lingen äußerte sich der Erzbischof auch zu denkbaren Änderungen im Kirchenrecht. Diese habe Lücken, betonte Schick, der über zwei Jahrzehnte als Professor Kirchenrecht gelehrt hat. Das Recht müsse nach der zurückliegenden Entwicklung in der Aufarbeitung des Missbrauchsgeschehens weiterentwickelt werden.

Angesichts anhaltender Debatten über strukturelle Umstände des sexuellen Missbrauchs verteidigte der Erzbischof die priesterliche Ehelosigkeit. „Die zölibatäre Lebensform ist ein Gut“, betonte Schick. Er selbst habe sich bewusst für diesen Weg entschieden, obwohl er ursprünglich ein anderes Berufsziel verfolgt habe, wie er im Gespräch mit der „Tagespost“ erklärte.

Erzbischof warnt vor Klerikalismus

Gleichwohl müsse die Kirche gut prüfen, wen sie zur Weihe zulässt. „Ziel allen priesterlichen Tuns ist es, den Menschen die Fülle des Lebens zu geben“, so Schick. Dazu müssten die Kandidaten für das Priesteramt verschiedene Fähigkeiten mitbringen und zugleich bestimmte Verhaltensweisen vermeiden, die als Klerikalismus bezeichnet werden könnten.

DT/kim

Wie sich Erzbischof Schick zu den Schwierigkeiten der Bischöfe beim Weg aus der Krise und die Rolle der Kirche in Deutschland für den weltweiten Kampf gegen Missbrauch äußerte, erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe der „Tagespost“ vom 14. März 2019. Kostenlos erhalten Sie diese Ausgabe hier.

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Kilian Martin Dr. Ludwig Schick Erzbischöfe Kirchenrecht Klerikalismus Missbrauchsaffären

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