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Papst nimmt Rücktritt Barbarins nicht an

Auf Anregung des Papstes wird sich der französische Kardinal Philippe Barbarin für eine Zeit zurückziehen und die Leitung des Erzbistums seinem Generalvikar überlassen.
Papst lehnt Barbarins Rücktritt ab
Foto: Giorgio Onorati (ANSA) | Angesichts der schwierigen Situation, die sein Erzbistum momentan durchmache, überlasse es Franziskus Barbarin selbst, die angemessenste Entscheidung zu treffen, so Vatikan-Sprecher Gisotti.

Papst Franziskus hat den Rücktritt des französischen Kardinals Philippe Barbarin abgelehnt. Das teilte Vatikan-Sprecher Allessandro Gisotti in einer Erklärung mit. Barbarin, amtierender Erzbischof von Lyon, war am Montag mit Franziskus im Vatikan zusammengetroffen, um über sein Rücktrittsgesuch und den Missbrauchsskandal in seiner Erzdiözese zu sprechen.

Barbarin werde sich "für eine gewisse Zeit zurückziehen"

Der Kardinal war am 07. März wegen der Nicht-Anzeige sexueller Vergehen an Minderjährigen durch einen französischen Priester sowie unterlassener Hilfeleistung zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Unmittelbar nach dem Urteilsspruch kündigte er an, bei Papst Franziskus seinen Rücktritt als Erzbischof einreichen zu wollen.

Angesichts der schwierigen Situation, die sein Erzbistum momentan durchmache, überlasse es Franziskus Barbarin selbst, die angemessenste Entscheidung zu treffen, so Gisotti weiter. Daher werde sich der Primas von Gallien „für eine gewisse Zeit zurückziehen“ und sein Generalvikar Yves Baumgarten die Leitung des Erzbistums übernehmen.

Barbarin: Papst lehnt Rücktritt wegen Unschuldsvermutung ab

„Dem Heiligen Stuhl ist wichtig, erneut seine Nähe gegenüber allen Missbrauchsopfern zu bekräftigen, sowie gegenüber allen Gläubigen der Diözese Lyons und der gesamten Kirche in Frankreich, die alle einen besonders schmerzlichen Moment durchleben", heißt es in Gisottis Erklärung.

Auch das Erzbistum Lyon veröffentlichte am Dienstag eine Stellungnahme. Darin ergänzt Barbarin, dass der Papst seinen Rücktritt aufgrund der Unschuldsvermutung nicht habe annehmen wollen. Der Lyoner Erzbischof ist bisher nur in erster Instanz verurteilt und wird seinen Anwälten zufolge in Berufung gehen. Auf Anregung des Papstes und da die Kirche in Lyon bereits seit drei Jahren leide, habe er entschieden, die Geschäfte für eine Zeit seinem Generalvikar zu übergeben.

Wie lange sich Kardinal Barbarin zurückziehen werde, wisse er noch nicht. "Das hängt davon ab, ob der Berufungsprozess lange dauert oder nur einige Monate", so Barbarin

DT/mlu

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