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Neuer ZdK-Generalsekretär zu Reformprozess: Ohne Rom geht es nicht

Der „synodale Weg“ könne notwendige Veränderung möglich machen und Forderungen formulieren, die auf weltkirchlicher Ebene aufgegriffen werden müssten, meint der gewählte ZdK-Generalsekretär Marc Frings.
Bischöfe und Laien brauchen einander
Foto: Arne Dedert (dpa) | Die Bischöfe benötigten die Laien, um Vertrauen in der Breite zurückzugewinnen, während das ZdK die Bischofskonferenz brauche, um für ihre Reformagenda zu werben und diese möglichst gut umzusetzen, meint Marc Frings.

Der zukünftige Generaksekretär des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Marc Frings, hat sich zuversichtlich zum „synodalen Weg“ und eine Reform der katholischen Kirche geäußert.
„Wichtig ist für mich, dass es überhaupt zu Veränderungen kommt. Nach den vielen Skandalen und Enttäuschungen, aber auch vor allem angesichts einer massiven Vertrauenskrise in der Frage des Missbrauchsskandals ist es von zentraler Bedeutung, dass die Kirche sich hier bewegt.“ Das erklärte Frings, bisheriger Leiter des Büros der Konrad-Adenauer-Stiftung in Ramallah, im Gespräch mit dem Kölner Domradio.

Ortskirche kann den großen Wurf alleine nicht schaffen

Wichtig sei aber auch, dass man allen Beteiligten klarmache, dass die Ortskirche in Deutschland den großen Wurf alleine nicht schaffen könne. „Dafür wird man Rom brauchen.“ Der „synodale Weg“ könne diese Veränderung möglich machen und Forderungen formulieren, die auf weltkirchlicher Ebene aufgegriffen werden müssten, so der 37-Jährige. „Dafür muss jetzt die Verbindlichkeit des Prozesses festgeschrieben werden.“

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Beide Seiten hätten ein großes Interesse am Miteinander. Die Bischöfe benötigten die Laien, um Vertrauen in der Breite zurückzugewinnen, während das ZdK die Bischofskonferenz brauche, um für ihre Reformagenda zu werben und diese möglichst gut umzusetzen. „Am Ende müssen sich beide Seiten im Ergebnis wiederfinden, das in zwei Jahren vorliegen soll. Ich bin aber hoffnungsvoll angesichts der bisherigen Entscheidungen und dem Brief von Papst Franziskus.“

"Ich will als Katholik weiterhin,
dass diese katholische Kirche
mein Zuhause ist"
Marc Frings, neuer ZdK-Generalsekretär

Zwei konkrete Aspekte seien ihm vor allem wichtig, so Frings: „Zum einen will ich als Katholik weiterhin, dass diese katholische Kirche mein Zuhause ist.“ Kirche sei für ihn nichts Statisches. Gerade jetzt beginne eine sehr spannende Phase, um dieses Zuhause fit für die Zukunft zu machen. Der zweite Aspekt: „Das ZdK hat auch eine sehr ausgeprägte politische Stoßrichtung. Gerade jetzt, wo Populismus und Fragmentierung zunehmen, ist es wichtig, dass das ZdK, dass der Katholizismus gehört wird, und da will ich mich einbringen.“ Frings erinnert an den ökumenischen Kirchentag im Kalender für 2021. „Und es steht der Umzug des Generalsekretariats nach Berlin an. Auch da kann man wichtige – auch politische – Impulse setzen.“

DT/mlu

Die Hintergründe zu diesem Thema finden Sie in der Wochenausgabe der Tagespost.

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Maximilian Lutz Bischof Katholikinnen und Katholiken Konrad-Adenauer-Stiftung Papst Franziskus Zentralkomitee der deutschen Katholiken

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