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„Neuer Anfang“ ruft deutsche Bischöfe zu Moratorium auf

Den umstrittenen Synodalen Ausschuss mitzutragen sei ein Rechtsbruch, schreibt die Initiative mit Verweis auf die letzten römischen Äußerungen. 
Den Synodalen Ausschuss mitzutragen sei ein Rechtsbruch
| Den „von Rom ausdrücklich untersagten Ausschuss“ mitzutragen würden bedeuten, „in die offene Konfrontation mit Rom zu gehen, so der "Neue Anfang".

Die Initiative „Neuer Anfang “ hat die deutschen Diözesanbischöfe aufgerufen, ihre Positionierung in Bezug auf den Synodalen Ausschuss zu überdenken. „Sowohl der Papstbrief an die vier Aussteigerinnen des Synodalen Weges als auch das Schreiben (,Note‘) von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin … haben eine endgültige Klarheit über die römische Sicht auf den Synodalen Weg gebracht, die jede weitere Diskussion ausschließt und auch eine eindeutige Bewertung dieses neu geschaffenen Gremiums ermöglicht“, heißt es in einer am Donnerstag verschickten Pressemitteilung.

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Mit Blick auf die  Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), auf der die Bischöfe die Satzung des am 10. November gegründeten Ausschusses verabschieden wollen, ruft die Initiative alle Ortsbischöfe zu einem Moratorium auf. Den „von Rom ausdrücklich untersagten Ausschuss“ mitzutragen, würde bedeuten, „in die offene Konfrontation mit Rom zu gehen — und ist letztlich Rechtsbruch“ sowie eine Verletzung des bischöflichen Eides. Gespräche mit dem Vatikan hätten Vorrang „vor eiligen Schritten in die falsche Richtung!“

Offen gegen erklärten Willen des Papstes

Papst Franziskus habe in dem an die vier Aussteigerinnen aus dem Synodalen Weg adressierten Brief erklärt, deren Sorge „über die inzwischen zahlreichen konkreten Schritte, mit denen sich große Teile dieser Ortskirche immer weiter vom gemeinsamen Weg der Weltkirche zu entfernen drohen“ zu teilen. Dazu gehöre auch die Konstituierung des Synodalen Ausschusses.

Jeder Diözesanbischof, der dem Synodalen Ausschuss beitritt oder dessen Satzung genehmigt, stelle sich „offen gegen den erklärten Willen des Papstes“, schreibt die Initiative. Sie verweist auf den Kirchenrechtler Bernhard Anuth von der Universität Tübingen, der in diesem Kontext von einem „offenen Ungehorsam zum Papst“ gesprochen habe.

Oster: Synodaler Ausschuss  auf verbotenem Terrain

Zwei Bischöfe, der Passauer Bischof Stefan Oster und der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki, hätten bereits öffentlich Stellung bezogen, so der „Neue Anfang“ weiter. Auf den Brief an die vier Frauen bezugnehmend, habe Oster erklärt, der Papst mache deutlich, „dass er die bislang beigebrachte Argumentation zur Rechtfertigung des Synodalen Rates nicht teilt und nicht annimmt“ und es „auch bei dem, was im Beschlusstext zum Synodalen Ausschuss/Synodalen Rat steht, um einen Widerspruch zur ‚sakramentalen Struktur‘ der Kirche geht“. Der Synodale Ausschuss befinde sich demnach „von Rom und vom Papst her betrachtet auf verbotenem Terrain“, so Oster.

Auch Kardinal Woelki habe am 13. November auf der Vollversammlung des Diözesanrats am 13. November erklärt, er könne sich „nicht gegen die Weisungen des Papstes beziehungsweise die seiner engsten Mitarbeiter stellen“.  Daher könne er die Errichtung des Synodalen Ausschusses nicht mittragen. Das Zentralkomitee der Deutschen Katholiken (ZdK) hat die Satzung bereits angenommen.  DT/dsc

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