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Leo XIV. in Angola: „Die Auferstehung widerspricht jeder Form von Gewalt“

In Saurimo mahnt der Papst, Christus nicht als bloßen „Dienstleister“ zu missverstehen. Zugleich verurteilt er Gewalt, Ungerechtigkeit und jede Form der Ausbeutung als Widerspruch zum Ostergeheimnis.
Papst Leo in Angola
Foto: IMAGO/VATICAN MEDIA / Catholic Press Photo (www.imago-images.de) | Wie es inzwischen Tradition geworden ist, schenkte Leo XIV. der Erzdiözese Saurimo zum Abschluss der Heiligen Messe einen Kelch.

Am achten Tag seiner Afrikareise hat Papst Leo XIV. Saurimo im Nordosten Angolas besucht. Nach dem Flug von Luanda fuhr er zunächst zu einem staatlichen Seniorenheim, das seit 14 Jahren besteht und 62 ältere Menschen beherbergt. Nach einem musikalischen Empfang dankte der Papst und betonte, er hoffe, dass die Bewohner dort in einer familiären Atmosphäre leben könnten – beeindruckt habe ihn, dass sie das Heim „lar“ nennen, also Familie. Auch Jesus habe sich gern im Haus seiner Freunde aufgehalten, etwa bei Petrus in Kapernaum oder in Betanien bei Maria, Marta und Lazarus.

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Ältere Menschen müssten, so der Papst, „nicht nur betreut, sondern vor allem angehört werden“. Denn sie „bewahren die Weisheit eines Volkes“. Man schulde ihnen Dankbarkeit, „denn sie haben zum Wohl der Gemeinschaft große Schwierigkeiten auf sich genommen“.

Christus nicht zum Guru oder Götzen machen

In seiner Predigt bei der anschließenden Heiligen Messe ging Leo XIV. von den „vielsagenden Werken“ Jesu aus, mit denen dieser den Willen des Vaters offenbart habe. Zugleich schaue der Herr in das Herz des Menschen und frage, ob man ihn aus Dankbarkeit oder aus Eigennutz, aus Liebe oder aus Berechnung suche. Wenn Jesus sagt: „Ihr sucht mich nicht, weil ihr Zeichen gesehen habt, sondern weil ihr von den Broten gegessen habt und satt geworden seid“ (Joh 6,26), offenbare er einen Glauben, der „Jesus als Mittel zum Zweck, als Dienstleister“ ansehe. Christus dürfe nicht zu einem Guru oder Götzen gemacht werden, „den man nur dann sucht, wenn man ihn braucht, und solange man ihn braucht“.

Jesu Haltung sei ganz anders: „Christus ruft uns zur Freiheit: Er will keine Diener oder Kunden, sondern er sucht Brüder und Schwestern, denen er sich mit ganzem Herzen widmen kann.“  Es reiche nicht, von Jesus zu hören oder seine Taten zu sehen: „Man muss seiner Initiative folgen und sie nachahmen.“

Jesu Wort „Müht euch nicht ab für die Speise, die verdirbt, sondern für die Speise, die für das ewige Leben bleibt“ (Joh 6,27) bedeute nicht, dass das tägliche Brot unwichtig wäre. Christus selbst vermehre es ja und lehre, darum zu bitten. Er erziehe vielmehr dazu, „das Brot des Lebens zu suchen, die Nahrung, die uns für immer am Leben erhält“.

Wenn das Brot aller zum Besitz einiger weniger wird

Diese Gabe werfe ein Licht auf die Gegenwart: Viele Sehnsüchte der Menschen würden „von Gewalttätern zunichtegemacht, von Tyrannen ausgenutzt und vom Reichtum getäuscht“. Wenn Ungerechtigkeit die Herzen verderbe, „wird das Brot aller zum Besitz einiger weniger“. Christus höre aber den Schrei der Völker und erneuere die Geschichte.

Die Auferstehung Jesu bedeute: „Wir sind nicht auf die Welt gekommen, um zu sterben. Wir sind nicht geboren, um Sklaven zu werden, weder der Verderbnis des Fleisches noch der der Seele.“  Jede Form von Unterdrückung, Gewalt, Ausbeutung und Lüge leugne die Auferstehung Christi, „jenes höchste Geschenk unserer Freiheit“.

Der Weg der Kirche sei in den Worten des heiligen Johannes Pauls II. eine „Synode der Auferstehung und der Hoffnung“. Mit dem Evangelium im Herzen „werdet ihr Mut haben angesichts von Schwierigkeiten und Enttäuschungen: Der Weg, den Gott uns eröffnet hat, verliert sich nicht im Nichts. Der Herr geht nämlich immer in unserem Tempo mit, damit wir auf seinem Weg weitergehen können.“

Der Papst als Bote der Hoffnung

In seinen Dankesworten nannte Erzbischof José Manuel Imbamba von Saurimo den Heiligen Vater einen „Boten von Hoffnung, Frieden, Versöhnung und Brüderlichkeit“. Die Anwesenheit des Papstes sei „wie die Sonne, die über unseren Flüssen aufgeht, Wege erhellt und Herzen erwärmt“; sie sei „Balsam für die Wunden“ und „Bestätigung unseres Glaubens und Erneuerung der Hoffnung, die nicht trügt.“ Der Papstbesuch soll ein Ansporn sein, „damit wir weiterhin das Evangelium Jesu Christi mit prophetischem Mut verkünden, den Armen mit evangelischer Zärtlichkeit dienen und zum Aufbau eines gerechteren, friedlicheren, inklusiveren und versöhnten Angolas beitragen“.

Wie es inzwischen Tradition geworden ist, schenkte Leo XIV. der Erzdiözese Saurimo zum Abschluss der Heiligen Messe einen Kelch.

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