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Krieg in der Ukraine ist enorme Belastung für die Ökumene

Der Krieg gefährde die Ökumene innerhalb der orthodoxen Kirche, habe aber auch Auswirkungen auf internationaler und nationaler Ebene, so der Ökumene Experte Johannes Oeldemann.
Metropolit Epifanij, Oberhaupt der autokephalen Orthodoxen Kirche der Ukraine (OKU)
Foto: IMAGO/Pavlo_Bagmut (www.imago-images.de) | Metropolit Epifanij, Oberhaupt der autokephalen Orthodoxen Kirche der Ukraine (OKU).

Der Krieg in der Ukraine stellt nach Ansicht des Paderborner Ökumene-Experten und Beraters der deutschen Bischöfe, Johannes Oeldemann, eine „enorme Belastung“ für die Ökumene dar. Der Krieg gefährde die Ökumene innerhalb der orthodoxen Kirche, habe aber auch Auswirkungen auf internationaler und nationaler Ebene, so Oeldemann im Interview mit dem bundesweiten christlichen Sender katholischer Prägung „Radio Horeb“ anlässlich der internationalen Gebetswoche für die Einheit der Christen.  

Auch Ökumene in Deutschland betroffen

Auch die Situation der Ökumene in Deutschland sei vom russischen Angriffskrieg betroffen, da im Dialog zwischen Katholiken und Orthodoxen die russischen Vertreter fehlten, so Oeldemann, der auch Kommissarischer Leitender Direktor des Johann-Adam-Möhler-Instituts für Ökumenik in Paderborn ist.
  

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Oeldemann äußerte sich auch zum Schrumpfen der großen Kirchen in Deutschland. Diese Entwicklung stelle nicht nur ein Problem dar. Vielmehr müsse die Situation als eine Chance für die Ökumene wahrgenommen werden: So könnten Protestanten und Katholiken beispielsweise gemeinsam Räume nutzen, wie etwa Pfarrheime. 
  
Oeldemann betonte zudem, dass der Begriff „Ökumene“ immer auch die Orthodoxen und die evangelischen Freikirchen einschließe. Dies gerate jedoch oft aus dem Blick. Wichtig sei im Hinblick auf die Ökumene nicht nur der Blick auf die Institutionen, sondern auch die „Ökumene im Alltag“: Dabei spielten unter anderem konfessionsverbindende Ehen eine wichtige Rolle, da hier innerhalb der Familie Brücken zwischen den einzelnen Konfessionen gebaut würden. Aber auch Kooperationen bei Wolfahrtsverbänden wie Diakonie und Caritas, seien laut Oeldemann wichtig.  DT/mlu/horeb

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