Ukrainisches Nein zur Sklaverei

Großerzbischof sieht sehr hohen Preis der Freiheit.
Kiews Großerzbischof Schewtschuk
Foto: Hennadii Minchenko (www.imago-images.de) | Russland hat in der in der Ukraine das größte Minenfeld der Welt geschaffen, sagt der ukrainische Großerzbischof Swjatoslaw Schewtschuk .

Die russische Besatzungsarmee töte ukrainische Zivilisten, „weil sie Nein zur russischen imperialen, kommunistischen Sklaverei gesagt haben“, meint das Oberhaupt der mit Rom unierten ukrainischen Katholiken des byzantinischen Ritus, Großerzbischof Swjatoslaw Schewtschuk. Wörtlich sagte er in einer Videobotschaft am Sonntag: „Heute spüren wir in der Ukraine mehr denn je, dass wir einen sehr hohen Preis für die Freiheit zahlen. Es reicht nicht aus, frei von Sklaverei zu sein. Man muss für etwas frei sein. Heute wollen wir frei sein, um für immer Nein zur russischen Sklaverei zu sagen und frei für Gott zu sein.“

Der Ruf nach Freiheit

Unmittelbar zuvor hatten russische Raketen zivile Wohnhäuser in der Stadt Dnipro zerstört. Dabei kamen mindestens 45 Menschen ums Leben. Der Großerzbischof berichtet aber auch von schweren Kämpfen an der gesamten Frontlinie. In Anspielung auf die Rolle von Johannes dem Täufer meinte Schewtschuk: „Heute ist über dem Dnipro, unserem ukrainischen Jordan, von der Grenze zu Belarus über Kiew bis zum Schwarzen Meer eine Stimme zu hören, die in der Wüste ruft. In der Wüste des Krieges, in der Wüste, die durch die Zerstörung und die Bosheit der Invasoren entstanden ist, ertönt eine Stimme, die nach Freiheit ruft.“

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Am Samstag hatte der katholische Großerzbischof in seiner Videoansprache darauf hingewiesen, dass sich die aktive Frontlinie im Land derzeit auf fast 1 500 Kilometer erstreckt, zusammen mit der Grenze der Ukraine zu Belarus und Russland sogar auf 3 786 Kilometer: „Dies ist eine Linie des Schmerzes, des Blutes, des Feuers. Aber auch eine Linie des heldenhaften Widerstands des ukrainischen Volkes gegen die offene russische Aggression.“

Nach staatlichen Angaben wurden in der Ukraine bisher mehr als 72 000 zivile Objekte beschädigt oder zerstört, darunter fast 55 000 private Wohnhäuser, mehr als 2 200 Schulen und Ausbildungsstätten, 418 medizinische Einrichtungen, 316 kulturelle Einrichtungen und etwa 4 000 Einrichtungen der Energie- und Wasserversorgung. Laut Großerzbischof Schewtschuk wurde etwa ein Drittel des ukrainischen Territoriums vermint. Russland habe „in der Ukraine das größte Minenfeld der Welt geschaffen“. Zudem würden jeden Tag Dutzende von Kriegsverbrechen neu registriert, die von den russischen Besatzern begangen werden.

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Stephan Baier Johannes der Täufer Sklavenhaltergesellschaft

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