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Kommunionstreit: Woelki will gesamtkirchliche Lösung

Der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki hat seine Position im Kommunionstreit der deutschen Bischöfe erneut verteidigt und sich für eine gesamtkirchliche Lösung stark gemacht.
Prozessionen der katholischen Christen zu Fronleichnam
Foto: Henning Kaiser (dpa) | 31.05.2018, Nordrhein-Westfalen, Köln: Kardinal Rainer Maria Woelki spricht bei einem Pontifikalamt zu Fronleichnam auf dem Platz vor dem Kölner Dom. Foto: Henning Kaiser/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

"Wir in Deutschland leben nicht auf einer Insel der Seligen. Wir sind keine Nationalkirche", sagte er in einer Ansprache am Ende des Fronleichnamsgottesdienstes am Donnerstag im Kölner Dom. Bei der Diskussion gehe es um "das Eingemachte". Manche meinten, der Streit sei ein Kasperle-Theater. "Ich meine: Hier geht es um Leben und Tod." Der Kardinal wies erneut Vorwürfe zurück, nach denen er den Brief nach Rom hinter dem Rücken des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz verschickt habe: "Ich sage mit der Heiligen Schrift: Offen und frei bin ich aufgetreten und habe das geschrieben und gesagt, was zu schreiben und zu sagen war, in aller Öffentlichkeit."

Der Empfang der Kommunion für nichtkatholische Ehepartner ist derzeit Streitthema unter den deutschen Bischöfen. Sie hatten im Februar mit Drei-Viertel-Mehrheit eine bisher unveröffentlichte Handreichung beschlossen, wonach die Ehepartner im Einzelfall zur Kommunion zugelassen werden können. Der Kölner Erzbischof ist einer jener sieben Diözesanbischöfe, die Ende März in einem Brief den Vatikan um Klärung einiger aus ihrer Sicht strittiger Fragen gebeten haben. Vor Kurzem war er von Papst Franziskus empfangen worden. Das Kirchenoberhaupt wies eine Entscheidung indes an die deutschen Bischöfe zurück.

Bereits zuvor in seiner Predigt hatte Woelki die Bedeutung der Eucharistie für die katholischen Christen hervorgehoben. Sie sei "das tiefste Geheimnis neben der heiligsten Dreifaltigkeit unseres Glaubens", sagte er vor mehreren Tausend Gläubigen vor dem Kölner Dom. Der Erzbischof erinnerte daran, dass die Gläubigen durch den Empfang der Kommunion "Ja und Amen" sagen zu Papst und zum Bischof, zur sakramentalen Struktur der Kirche sowie zu den Heiligen und ihrer Verehrung. Auch deshalb sei die Heilige Messe nicht nur "irgendein Event" und könne auch nicht durch eine "noch so schön gestaltete Wortgottesfeier" ersetzt werden.

KNA / DT (jbj)

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