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Kardinal O'Malley sagt Teilnahme am Weltfamilientreffen ab

Der Bostoner Kardinal Sean O'Malley wird nicht wie geplant zum Weltfamilientreffen nach Dublin reisen. Der Grund ist die momentan laufende Untersuchung eines Priesterseminars in seiner Erzdiözese.
Seán Patrick O'Malley,emeritierter Erzbischof von Boston
Foto: Antonio Cotrim (LUSA) | In Dublin hätte O'Malley eine Veranstaltung mit dem Titel „Kinder und verletztliche Erwachsene beschützen“ moderieren sollen.

Der amerikanische Kardinal Sean O'Malley, Erzbischof von Boston, wird nicht am Weltfamilientreffen in der irischen Hauptstadt Dublin teilnehmen, das nächste Woche beginnt. Als Grund gab das Erzbistum Boston die momentan laufende Untersuchung des St. John's-Seminars an. Zwei ehemalige Seminaristen hatten Vorwürfe gegen das zum Erzbistum Boston gehörende Seminar erhoben und dabei von Aktivitäten gesprochen, die in direktem Gegensatz zu den moralischen Standards und Voraussetzungen der katholischen Priesterausbildung stünden.

"Persönliche Aufmerksamkeit und Anwesenheit" O'Malleys in Boston verlangt

In einer Stellungnahme des Erzbistums hieß es, dass „wichtige Angelegenheiten“, die die pastorale Seelsorge des St. John's-Seminars im Erzbistum Boston und die dort eingeschriebenen Seminaristen betreffen, „die persönliche Aufmerksamkeit und Anwesenheit“ von Kardinal O'Malley verlangten. Daher werde er nicht zum Weltfamilientreffen anreisen.

In Dublin hätte O'Malley eine Veranstaltung mit dem Titel „Kinder und verletztliche Erwachsene beschützen“ moderieren sollen. O'Malley ist einer der wichtigsten Berater von Papst Franziskus bei sexuellem Missbrauch durch Geistliche. Er leitet auch die Päpstliche Kommission für den Schutz von Minderjährigen.

DT/mlu

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