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Kardinal Collins: Gegen die Säkularisierung ankämpfen

Christen leben heute in einer Welt, in der sie gegen den Strom schwimmen, meint Thomas Collins, der Erzibschof von Toronto. Daher brauche es immer wieder Evangelisation.
Gegen Säkularisierung ankämpfen
Foto: Frank May (dpa) | „Wir leben in einer Welt, in der wir gegen den Strom schwimmen, und genau deshalb brauchen wir immer wieder die Evangelisation", meint der kanadische Kardinal Collins.

Es ist die Aufgabe eines jeden Christen, die Botschaft des Evangeliums immer neu zu verkünden. Diese Ansicht vertritt Kardinal Thomas Collins. „In einer Welt, die von Militarismus und Säkularisierung geprägt ist, werden Christen allgemein entevangelisiert“, erklärt der Erzbischof von Toronto im Gespräch mit der „Tagespost“. Nach 2000 Jahren Christentum drifteten getaufte Menschen immer mehr ab, weil sie in einem säkularen Umfeld lebten.

Christen leben in einer Welt, in der sie gegen den Strom schwimmen

„Dagegen müssen wir ankämpfen“, so Kardinal Collins. „Wir leben in einer Welt, in der wir gegen den Strom schwimmen, und genau deshalb brauchen wir immer wieder die Evangelisation.“ Den kulturellen Verfall und die soziale Entfremdung der heutigen Zeit sieht Collins in Westeuropa in „einem bestimmten Rationalismus“ begründet, der mit der Zeit der Aufklärung prägend geworden sei. Der wahre Glaube, der darauf beruhe, dass Glauben und Vernunft zusammenwirken, sei durch das Wirken von Philosophen wie Descartes, Kant und anderen heruntergespielt worden.

In seiner Lehrtätigkeit hat Kardinal Collins seinen Schwerpunkt auf das Buch der Offenbarung gelegt. Daraus könne man für die gegenwärtige Situation lernen, dass man zwei Gefahren gegenüberstehe: „Die eine ist die Verfolgung, die auch eine der Gefahren zur Zeit der Entstehung der Offenbarung des Johannes war.“ Christen, so Collins, seien heute die am meisten verfolgte Personengruppe.

Collins: Materialistische Kultur führt Christen in Versuchung

„Aber wir sehen auch eine auf Reichtum beruhende, materialistische Kultur, die Christen nicht zur Gewalttätigkeit verführt, aber in Versuchung fährt“, beklagt der Kardinal. Das betreffe besonders Westeuropa, Nordamerika und ein sehr heidnisches Land wie Kanada.

Um den Glauben täglich zu nähren, empfiehlt Kardinal Collins das Gebet. „Ich finde die Tageszeitenliturgie sehr hilfreich, die Psalmen des Brevier.“ Zudem finde er es gut, jeden Tag eine heilige Stunde einzuplanen, „etwa indem man eine Stunde eucharistische Anbetung hält“. Sein Lieblingsgebet sei das Jesusgebet: „Jesus Christus, Sohn Gottes, erbarme dich über mich Sünder.“

DT/mlu

Kardinal Collins beklagt einen Glaubens- und Kulturverfall in Westeuropa. Lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der „Tagespost“, wie man dem seiner Ansicht nach entgegenwirken solle.

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