Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Trondheimer Bischof

Geistliche Heilung nach Missbrauchskrise notwendig

Wie sollen die Wunden des Missbrauchs in der Kirche heilen? Der Trondheimer Bischof Erik Varden verweist auf die heilende Wirkung der Eucharistie.
Kirche und Missbrauchsaufarbeitung
Foto: Sebastian Gollnow (dpa) | Mit Nachdruck hebe die katholische Liturgie in den letzten Gebeten, die der heiligen Kommunion vorausgehen, die Heilung hervor, so Bischof Varden.

Die katholische Kirche in Frankreich hat mit den ersten Anerkennungs- und Entschädigungszahlungen an Missbrauchsopfer begonnen. Bis zum Ende des Sommers sollen weitere Zahlungen geleistet werden. Dennoch bleibt die Frage, wie die Wunde heilen soll - und welchen geistlichen Weg die Kirche nach der Missbrauchskrise einschlagen kann.

Befähigt, das Leben abzulegen

Der Trondheimer Bischof Erik Varden unterstreicht in seinem aktuellen Beitrag in der Tagespost die Notwendigkeit einer geistlichen Heilung der Kirche nach der Missbrauchskrise. Er verweist in diesem Zusammenhang auf die eucharistische Frömmigkeit: Mit Nachdruck hebe die katholische Liturgie in den letzten Gebeten, die der heiligen Kommunion vorausgehen, die Heilung hervor. Eine der frühesten außerbiblischen Begriffsbestimmungen über das Mahl des Herrn sei ein Hinweis in Ignatius von Antiochiens Brief an die Epheser. Ignatius bezeichnet die Eucharistie darin als „die Medizin der Unsterblichkeit“. Der Tod, Bischof Varden, sei das Leiden, für das die Eucharistie vornehmlich ein Heilmittel sei.

Lesen Sie auch:

Wörtlich schreibt der Ordensmann: „Die heilende Wirkkraft der Eucharistie liegt in der Weise, wie sie uns in das Geheimnis Christi einbindet. Die eucharistische Heilung unterscheidet sich von der hippokratischen Heilung. Letztere ist auf die Bewahrung des Lebens ausgerichtet. Erstere befähigt uns, unser Leben abzulegen.“

Zugleich rückt er die historische Bewertung der nachkonziliaren Zeit in den Fokus und schließt eine Neubewertung nicht aus. Dichte und Reichweite dieses dunklen Schattens seien immens, so Bischof Varden. Mehr noch: Es sei wahrscheinlich, „dass man sich an die letzten fünfzig Jahre, die anfangs als  Anbruch eines neuen Pfingsten begrüßt wurden, als eine Zeit des Abfalls vom Glauben erinnern wird. Wir stehen vor einem Vermächtnis der Sünde.“  DT/reg

Lesen Sie den ausführlichen Essay des Trondheimer Bischofs Erik Varden in der kommenden Ausgabe der "Tagespost".

Themen & Autoren
Vorabmeldung Bischof Erik Varden Eucharistie Jesus Christus Katholische Kirche

Weitere Artikel

In einer neuen Feuilleton-Serie werden Wendepunkte im Leben großer Geister dargestellt. Zu Beginn geht es um die bedeutende französische Philosophin und Sozialaktivistin (1909-1943).
31.05.2024, 09 Uhr
Hartmut Sommer

Kirche

Rom will den Primat attraktiver machen – auch in der Ökumene. Eine gespaltene Welt spielt da aber nicht mit.
14.06.2024, 12 Uhr
Guido Horst