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Franziskus besorgt über Wiedererstarken der Gewalt in Syrien

Der Papst äußert sich in seiner Angelus-Ansprache zur Lage in Syrien. Auch andere Stimmen warnen vor anhaltender Gewalt.
Papst Franziskus zeigt sich besorgt über die erneuten Gewaltausbrüche in Syrien
Foto: imago/Ulmer | In seiner schriftlichen Angelus-Ansprache spricht Papst Franziskus die rückkehrende Gewalt in Syrien an.

Papst Franziskus zeigt sich besorgt über die erneuten Gewaltausbrüche in Syrien. Beim Angelus am Sonntag sprach er von einer „Wiederaufnahme der Gewalt in einigen Gebieten Syriens“ und rief zum Gebet für den Frieden auf.

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Auch Geistliche aus der betroffenen Region haben sich bereits zu den jüngsten Ereignissen in dem vom Bürgerkrieg gezeichneten Land zu Wort gemeldet. In der von den Patriarchen Johannes X., Ignatius Aphrem II., Youssef Absi unterzeichneten gemeinsamen Erklärung beziehen diese Stellung zu der zunehmenden Gewalt und Angriffen auf Zivilisten. "Wir verurteilen und lehnen die Massaker an unschuldigen Bürgern ab und fordern ein Ende dieser grausamen Taten, die allen menschlichen und moralischen Werten widersprechen" heißt es in der gemeinsamen Erklärung der syrischen Patriarchen. Zudem betonen sie die Notwendigkeit einer nationalen Versöhnung, die auf gleichberechtigter Bürgerschaft und echter Partnerschaft basiert.

Unvorstellbare Härten

Der Theologe Johannes Hartl schilderte auf der Plattform X erschütternde Berichte aus Syrien. „Freunde aus #Syrien schicken mir entsetzliche Videos. Leichenberge. Massenerschießungen. Kann sie hier nicht teilen... Es trifft hauptsächlich Alewiten, vermehrt auch Christen. Islamismus tötet weltweit. Es ist ein Todeskult“, schrieb er.

Der Präsident der EU-Bischofskonferenz (COMECE), Mariano Crociata, warnte vor der anhaltenden humanitären Krise im Land. „Die Menschen in Syrien haben unvorstellbare Härten erlitten, darunter Vertreibung, Armut und die Zerstörung ihrer Heimat und Lebensgrundlagen“, erklärte er. Besonders hob der 71-Jährige die schwierige Situation der christlichen Gemeinden hervor: „Die Erosion der christlichen Gemeinschaften wäre ein tragischer Verlust nicht nur für Syrien, sondern auch für die Stabilität der Region und der Welt.“

Crociata forderte die EU und die internationale Gemeinschaft auf, „die Verletzlichkeit dieser Gemeinschaften anzuerkennen und konkrete Schritte zu unternehmen, um ihren Schutz und ihr Fortbestehen zu gewährleisten.“ Zudem begrüßte der Bischof die Entscheidung der EU, die Sanktionen gegen Syrien schrittweise zu lockern, da dies positive Auswirkungen auf die syrische Bevölkerung haben werde. DT/jna

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