Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Herbst-Vollversammlung der DBK

Eterovic ruft Bischöfe zur Evangelisierung auf

In Zeiten der Glaubenskrise gelte es, den Glauben aller Gläubigen zu stärken, um die „Freude am Evangelium wiederzugewinnen, die Freude, Christen zu sein“, so der Apostolische Nuntius.
Apostolischer Nuntius Nikola Eterovic
Foto: IMAGO/Revierfoto (www.imago-images.de) | Der Apostolische Nuntius, Erzbischof Nikola Eterovic, rief dei Bioschöfe zu neuem Eifer in der Evangelisierung auf.

In seinem Grußwort zur Eröffnung der Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) in Fulda hat der Apostolische Nuntius, Erzbischof Nikola Eterovic, die versammelten Bischöfe zur Evangelisierung aufgerufen: Die Weltsynode und das Heilige Jahr 2025 sollten „dazu dienen, den Glauben aller Gläubigen zu stärken, angefangen bei uns selbst“. Ohne den lebendigen Glauben an den dreifaltigen Gott würden alle Reformversuche erfolglos und „jede Erneuerung von kirchlichen Strukturen ohne Bedeutung“ bleiben.

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Die Logik des Glaubens ziele auf seine Verbreitung. „Die Evangelisierung führt uns dazu, die Freude am Evangelium wiederzugewinnen, die Freude, Christen zu sein“, so Eterovic weiter. Der Nuntius übermittelte den Anwesenden denn auch den Gruß und die Ermutigung von Papst Franziskus, „mit erneuerter Dynamik“ die „Mission der Evangelisierung und die Förderung des Menschen in dieser Zeit zu verfolgen“, in der „das Fehlen von Glauben“ zu den großen Herausforderungen gehöre — die „sogenannten traditionell katholischen Gebiete“ mit eingeschlossen.

„Christsein bedeutet, Bindung zu Gott zu bewahren"

Der Glaube sei es, „der die Gnade in uns entfacht und den Verstand offen macht für das Geheimnis Gottes“, erklärte der Nuntius an Jesus erinnernd, der nur dort Wunder wirken konnte, wo Menschen „an ihn glaubten“. Wörtlich sagte er: „Um mit Gott in Kontakt zu treten, ist der Glaube unverzichtbar.“ Papst Franziskus habe in einer seiner Katechesen zudem erklärt, der Glaube sei jene Tugend, „die den Christen ausmacht“. Christ zu sein bedeute nicht zuerst, „eine Kultur anzunehmen, mit den Werten, die sie begleiten“, sondern eine Bindung zu Gott zu bewahren.

In diesem Kontext bestehe die wesentliche Aufgabe des Papstes darin, die Brüder im Glauben zu stärken, so Eterovic, der an die Papst-Enzyklika „Lumen fidei“ von 2013 erinnerte, in der Franziskus geschrieben habe: „Wer glaubt, sieht; er sieht mit einem Licht, das die gesamte Wegstrecke erleuchtet, weil er vom auferstandenen Christus her zu uns kommt, dem Morgenstern, der nicht untergeht.“ 

Und in „Evangelii gaudium“ habe der Papst erklärt, dass man auch in schwierigen Zeiten „nach und nach“ zulassen müsse, „dass die Glaubensfreude zu erwachen beginnt, wie eine geheime, feste Zuversicht“. Die Übel der Welt und der Kirche „dürften niemals Entschuldigungen sein um unseren Einsatz und unseren Eifer zu verringern. Betrachten wir sie als Herausforderungen, um zu wachsen“, zitierte der Nuntius aus dem päpstlichen Dokument.  DT/dsc

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