Exklusivinterview

„Der Mensch dürstet nach der Wahrheit“

Kurienkardinal Kurt Koch entlarvt die „Diktatur des Relativismus“ und korrigiert den Synodalen Weg.
Kurienkardinal Kurt Koch entlarvt die „Diktatur des Relativismus“
Foto: Gerd Neuhold | Wahrheitsfähig könne der Mensch nur dann sein, wenn er sich eingesteht, dass er in erster Linie der Wahrheit bedürftig ist, so Kardinal Koch.

Die „Diktatur des Relativismus“ entlarvt Kurienkardinal Kurt Koch in einem Interview von Martin Lohmann in der aktuellen Ausgabe der „Tagespost“. In Anlehnung an Papst Benedikt XVI. sagt Kardinal Koch, diese Diktatur leugne zwar die Wahrheit, nehme sie aber für sich selbst in Anspruch: „Das Paradoxe dieser Diktatur besteht darin, dass sie die Wahrheit relativiert, aber den eigenen Relativismus absolut setzt. Damit zeigt sie ihr wahres Gesicht, das im Grunde nicht in der Bestreitung, sondern in der Subjektivierung und Pluralisierung der Wahrheit in dem Sinne besteht, dass jeder seine eigene ‚Wahrheit‘ hat. Im Grunde gibt es dann aber keine Wahrheit mehr, sondern bloß noch verschiedene Ansichten und Meinungen.“

Kritik am Orientierungstext des Synodalen Wegs

Wahrheitsfähig könne der Mensch nur dann sein, wenn er sich eingesteht, dass er in erster Linie der Wahrheit bedürftig ist. Die tiefste Sehnsucht des Menschen richte sich auf die Erkenntnis der Wahrheit. „Wenn der Mensch ehrlich zu sich selbst ist, spürt er, dass er in seinem Herzen einen Durst nach Wahrheit hat, und zwar nicht nach irgendeiner Teilwahrheit, sondern nach der Wahrheit, die den Sinn des Lebens und der ganzen Welt zu verstehen vermag“, so Kardinal Koch in der „Tagespost“. 

Lesen Sie auch:

Zum Synodalen Weg in Deutschland meint Kardinal Koch, die Kirche sei verpflichtet, die Zeichen der Zeit aufmerksam zur Kenntnis, doch gehe es dabei nicht um neue Offenbarungsquellen. „Im Dreischritt der gläubigen Erkenntnis – Sehen, Urteilen und Handeln – gehören die Zeichen der Zeit zum Sehen und keineswegs zum Urteilen neben den Quellen der Offenbarung. Diese notwendige Unterscheidung vermisse ich im Orientierungstext des Synodalen Weges.“ Wahre Reform der Kirche bestehe in der Umkehr zu Jesus Christus.  DT/sba

Lesen Sie das vollständige Interview mit Kurienkardinal Kurt Koch in der kommenden Ausgabe der "Tagespost".

Themen & Autoren
Meldung Benedikt XVI. Jesus Christus Kardinal Kurt Koch Kurienkardinäle Kurt Koch Martin Lohmann

Weitere Artikel

Die Attacken von Bischof Georg Bätzing auf Kardinal Kurt Koch sind Zeichen einer Feindseligkeit, die mit dem Synodalen Weg immer mehr um sich greift. Für Rom ist das eine Herausforderung.
06.10.2022, 09 Uhr
Guido Horst
Der Vatikan hat den deutschen Bischöfen beim „Ad limina“-Besuch die beim Synodalen Weg „unverhandelbaren Themen“ aufgezeigt und der Minderheits-Fraktion im Episkopat den Rücken gestärkt.
24.11.2022, 09 Uhr
Guido Horst
Der Vorsitzende der deutschen Bischöfe hat sich in einen Furor gegenüber Kurienkardinal Kurt Koch hineingesteigert – Doch der Präsident des Einheitsdikasteriums steht mit seiner Kritik am ...
04.10.2022, 18 Uhr
Helmut Hoping

Kirche

Der Vorschlag, die Kirche solle "das Erbsündensyndrom" überwinden, ist ein alter Hut. Die modernen Irrlehrer haben sich vom überlieferten Glauben an den Erlöser verabschiedet. Ein Kommentar.
08.12.2022, 09 Uhr
Regina Einig
Das Hochfest Maria Immaculata am 8. Dezember offenbart das Wesentliche über den Lebensbeginn der Gottesmutter.
08.12.2022, 07 Uhr
Josef Kreiml